{"id":772,"date":"2018-04-18T12:58:05","date_gmt":"2018-04-18T10:58:05","guid":{"rendered":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/?p=772"},"modified":"2018-04-18T13:47:56","modified_gmt":"2018-04-18T11:47:56","slug":"anmerkungen-zu-theorie-und-realitaet-des-freihandels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/2018\/04\/anmerkungen-zu-theorie-und-realitaet-des-freihandels\/","title":{"rendered":"Anmerkungen zu Theorie und Realit\u00e4t des Freihandels"},"content":{"rendered":"<h2><span style=\"color: #0000ff;\">P. D. Kulle<\/span><\/h2>\n<p><span class=\"firstchar\">Zu<\/span> Zeiten, als freier Handel zwischen L\u00e4ndern verp\u00f6nt war, leistete der gesch\u00e4tzte Kollege David Ricardo 1817 Bahnbrechendes, um ihm zu Ehren zu verhelfen. Er entwickelte eine Theorie, bekannt geworden unter dem Namen der Theorie der komparativen Kosten, in der er bewies, dass sich freier Handel immer lohne, selbst dann, wenn die Produktionskosten in einem Land h\u00f6her sind als in dem anderen.<\/p>\n<p>Er bewies diese erstaunliche Behauptung tats\u00e4chlich, allerdings unter Annahmen, die einfache Bedingungen setzten: Er nahm zwei L\u00e4nder an, die jeweils ein Produkt herstellten, das als Ware getauscht wird, L\u00e4nder, in denen gleiche Arbeitskosten existierten und deren Kapital national gebunden war. Stellten sich beim Warenaustausch Verwerfungen ein, wurde ggf. eine W\u00e4hrung abgewertet.<\/p>\n<p>Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Jahr 2016 war Freihandel dagegen offiziell das Credo der kapitalistischen Wirtschaftswelt \u2013 bis der designierte US-Pr\u00e4sident Trump andere Priorit\u00e4ten ank\u00fcndigte. Mit diesem Clash of Priorities werden wir uns im Folgenden auseinandersetzen.<\/p>\n<p>Auf der Erde gibt es knapp 200 sehr verschiedene Staaten, die meisten davon mit kapitalistischem Wirtschaftssystem, und alle treiben Handel mit anderen, wenn auch sehr unterschiedlich intensiv. Es existieren L\u00e4ndergruppen, die zu Freihandelszonen, zu Zollunionen oder zu Staatenb\u00fcnden zusammengeschlossen sind, dort ist der Austausch von Waren, Dienstleistungen und Kommunikation besonders intensiv. Zwischen verfeindeten Staaten(gruppen) findet dagegen kaum Handel statt<br \/>\n<sup> <a name=\"fuss 1 z\"><\/a><a title=\"W\u00e4re es anders, brauchten die Menschen z.B.im Gaza-Streifen keinen Mangel zu leiden.\" href=\"#fuss 1\">(1)<\/a><\/sup>.<\/p>\n<p>Ricardo konnte am Beginn des 19.Jahrhunderts zu Recht davon ausgehen, dass eine Ware komplett in einem Land gefertigt wird, in seinem Beispiel sind das Wein in Portugal und Wolltuche in England. Eine solche Art der Produktion stellt heute allerdings eher die Ausnahme als die Regel dar. Die zahllosen, oft nutzlosen<sup> <a title=\" Um diese Bewertung nachzuvollziehen, gen\u00fcgt es, das Sortiment eines beliebigen Billigkaufhauses in Augenschein zu nehmen, falls man es wagt, sich den olfaktorischen Attacken der Weichmacher der angepriesenen Waren auszusetzen.\" href=\"#fuss 2\">(2)<\/a><\/sup> Produkte, mit denen der Weltmarkt \u00fcberschwemmt wird, werden zumeist international im Auftrag supranationaler Unternehmen arbeitsteilig gefertigt: Die Rohstoffe stammen vielleicht aus dem Kongo, wie seltene Erden<sup> <a title=\" Rohstoffe aus dem Kongo, sei es Blut-Koltan oder seien es Blut-Diamanten, werden unter uns\u00e4glichen Bedingungen gesch\u00fcrft und finanzieren oft die Budgets von Warlords.\" href=\"#fuss 3\">(3)<\/a><\/sup>, oder aus \u00c4gypten, wie Baumwolle<sup> <a title=\" Die Baumwollpflanze ben\u00f6tigt sehr viel Wasser \u2013 ein Gut, das in \u00c4gypten nicht gerade im \u00dcberfluss vorhanden ist.\" href=\"#fuss 4\">(4)<\/a><\/sup>, sie werden weiter verarbeitet zu High-Tech-Ger\u00e4ten in China oder zu Kleidungsst\u00fccken in Vietnam oder Bangladesh<sup> <a title=\" Arbeiterrechte sind in den drei genannten L\u00e4ndern unbekannt.\" href=\"#fuss 5\">(5)<\/a><\/sup>, und von dort finden sie ihren Weg zu Endverbrauchern in den USA oder der Europ\u00e4ischen Union.<\/p>\n<p>Diese Art der Produktion bedarf nat\u00fcrlich eines funktionierenden, billigen Transportsystems, das auf der Langstrecke\u201c durch Frachtschiffe und Flugzeuge, \u00fcber k\u00fcrzere Distanzen durch LKWs realisiert wird<sup> <a title=\" Ob es sich um Tanker, Sch\u00fcttgutfrachter oder Containerschiffe handelt: Sie alle werden mit \u201eBunker\u201c, also mit Bitumen, betrieben. Flugzeuge vieler Staaten fliegen mit subventioniertem Kerosin. LKWs fahren mit Benzin oder Diesel. Alle Transportmittel bef\u00f6rdern den Treibhauseffekt in hohem Ma\u00dfe.\" href=\"#fuss 6\">(6)<\/a><\/sup>.<\/p>\n<p>Solch parzellierte Produktion, solch konzertierte Distribution bedarf der permanenten Kommunikation, der Planung und \u00dcberwachung. Mit der klassischen Briefpost lie\u00dfe sich hier nichts ausrichten, auch nicht mit den modernen Mitteln der Telekommunikation wie etwa dem Telegrafen oder dem Fernschreiber: Zu gro\u00df sind die Datenmengen, zu dringend ist die Notwendigkeit der Verst\u00e4ndigung ohne jeden Zeitverzug. Das Internet macht das m\u00f6glich<sup> <a title=\" Ob es wirklich nur ein Zufall ist, dass das Internet seine Existenz der milit\u00e4rischen Kommunikation verdankt?\" href=\"#fuss 7\">(7)<\/a><\/sup>.<\/p>\n<p>Es versteht sich von selbst, dass unter derartigen Bedingungen Kapital frei flottieren kann und muss: Als Investitionskapital allemal, aber auch als Spekulationssubjekt, trachtet es doch immer nach Profit und ist k\u00fchn genug, sich dem Gl\u00fccksspiel anheim zu geben.<sup> <a title=\" So muss Apple die Firma Foxconn in beiden Chinas finanzieren k\u00f6nnen und vorgeben, ein irisches Unternehmen zu sein, um im Heimatland USA kaum Steuern zu zahlen. So hat die Deutsche Bank sich von ihren Kleinanlegern verabschiedet und sich auf das Investmentgesch\u00e4ft verlegt, um mindestens 25% Profit zu machen, das wollte zumindest der weiland Vorstandsvorsitzende Ackermann. Dass das Gl\u00fccksspiel sich in ein Ungl\u00fccksspiel verkehren kann, zeigt der gegenw\u00e4rtige desolate Zustand des ehemaligen deutschen Bankenflaggschiffs.\" href=\"#fuss 8\">(8)<\/a><\/sup><\/p>\n<p>1948 wurde das GATT (General Agreement on Tariffs and Trade) gegr\u00fcndet, 46 Jahre sp\u00e4ter ersetzte die WTO (World Trade Organization) dieses Abkommen. \u00dcber 160 Unterzeichnerstaaten des WTO-Vertrages sind sich offiziell einig in dem Bem\u00fchen, tarif\u00e4re<sup> <a title=\"Z\u00f6lle betreffend\" href=\"#fuss 9\">(9)<\/a><\/sup> und nicht tarif\u00e4re<sup> <a title=\" nationale Bestimmungen betreffend, z. B. Vorschriften im Lebensmittelrecht. Besonders aktiv ist in diesem Bereich die Volksrepublik China, die ausl\u00e4ndisches Kapital nur in Form von Beteiligungen an chinesischen Unternehmen gestattet.\" href=\"#fuss 10\">(10)<\/a><\/sup> Handelshemmnisse zu verringern und gegen Null zu reduzieren. De facto wird jedoch h\u00e4ufig versucht, die eigenen Produzenten vor Konkurrenz-Importen zu sch\u00fctzen. Dabei kommt es oft zu Ungleichgewichten<sup> <a title=\" Die EU geht hier keineswegs mit leuchtendem Beispiel voran. F\u00fcr Autos aus den USA m\u00fcssen z. B. 10% Zoll gezahlt werden, w\u00e4hrend die USA im Gegenzug nur 2,5% erheben. \" href=\"#fuss 11\">(11)<\/a><\/sup>. Auch ist es offiziell nicht gestattet, die Produktion oder den Export der eigenen\u201c Wirtschaft zu subventionieren. Diese Regel wird ebenfalls gern missachtet.<sup> <a title=\" Auch hier spielt zum Beispiel die Europ\u00e4ische Union eine unr\u00fchmliche Rolle. Die Massen-Gefl\u00fcgelhaltung dort generiert eine \u00dcberproduktion minderwertiger Fleischteile der Tiere, da auf dem europ\u00e4ischen Markt oft nur die Brustfilets nachgefragt werden. Fl\u00fcgel und Keulen werden zum gro\u00dfen Teil auf afrikanische M\u00e4rkte verbracht, wo sie die nicht konkurrenzf\u00e4higen einheimischen Produzenten l\u00e4ngst verdr\u00e4ngt haben. Die ihrerseits sehen keinen anderen \u201eAusweg\u201c, als in der vergeblichen Hoffnung auf ein besseres Auskommen die st\u00e4dtischen Slums zu vergr\u00f6\u00dfern.\" href=\"#fuss 12\">(12)<\/a><\/sup><\/p>\n<p>\u00dcbersch\u00fcsse und Defizite eines Staates bei Export und Import werden bilanziert. Auch hier muss zwischen einer offiziellen und einer tats\u00e4chlichen Zielsetzung unterschieden werden: Eine ausgeglichene Leistungsbilanz, also eine wertm\u00e4\u00dfige Gleichheit von importierten und exportierten Waren und Dienstleistungen, w\u00e4re in der Tat f\u00fcr alle Volkswirtschaften am vorteilhaftesten, aber unter dem Aspekt des nationalen Egoismus w\u00fcnscht man nat\u00fcrlich einen Export\u00fcberschuss, denn die Steuern aus dem Verkaufserl\u00f6s der Im Inland produzierten G\u00fcter werden im Inland gezahlt.<sup> <a title=\" ein Mindestma\u00df an Steuerehrlichkeit vorausgesetzt\" href=\"#fuss 13\">(13)<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Die Defizite bzw. \u00dcbersch\u00fcsse einiger Staaten beim Warenhandel stechen auffallend hervor. Nehmen wir das Jahr 2016: Das Handelsbilanzdefizit der USA betrug knapp 800 Milliarden US-Dollar, w\u00e4hrend die Volksrepublik China einen entsprechenden \u00dcberschuss von 510 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete. Der \u00dcberschuss Deutschlands belief sich auf 250 Milliarden Euro<sup> <a title=\" alle Zahlen wurden gro\u00dfz\u00fcgig gerundet.\" href=\"#fuss 14\">(14)<\/a><\/sup>. Alle drei Staaten pflegen intensive Handelsbeziehungen miteinander. Ein Grundschulkind k\u00f6nnte auf die Idee kommen, dass das Defizit und die \u00dcbersch\u00fcsse einander in etwa decken. Trump, der Amerika\u201c wieder gro\u00df machen m\u00f6chte, kam auf die Idee, gegen die Importflut Strafzollmauern zu errichten<sup> <a title=\" Der Unternehmer Trump, der, wie inzwischen offensichtlich ist, weder vom politischen Gesch\u00e4ft noch von volkswirtschaftlichen Zusammenh\u00e4ngen Ahnung, geschweige denn Kenntnisse hat, denkt rein betriebswirtschaftlich. Und unter betriebswirtschaftlichen Aspekten sind rote Zahlen schlecht, sie m\u00fcssen in schwarze verwandelt werden. Im Rahmen seines beschr\u00e4nkten Denkhorizonts handelt Trump also folgerichtig.\" href=\"#fuss 15\">(15)<\/a><\/sup>. Wie sinnvoll sind solche Ma\u00dfnahmen?<\/p>\n<p>Das Handelsbilanzdefizit beruht zum gro\u00dfen Teil auf dem Import von Konsumg\u00fctern aus der VR China. Der Import von Roh\u00f6l, in fr\u00fcheren Jahren weitgehend aus dem Nahen Osten, ist dagegen zur\u00fcckgegangen<sup> <a title=\" Diese Entwicklung beruht nicht auf der vern\u00fcnftigen Entscheidung der amerikanischen Autofahrer, das Fahrrad zu nutzen (was, zugegeben, bei manchen Entfernungen in den USA an naturr\u00e4umliche Grenzen st\u00f6\u00dft) oder wenigstens auf weniger spritschluckende Modelle umzusteigen \u2013 ganz im Gegenteil. \" href=\"#fuss 16\">(16)<\/a><\/sup>. Das ist dem Fracking zu verdanken, einer Horizontalborungmethode, die unter Zuhilfenahme von Wasser und chemischen Zusatzstoffen Gesteinsschichten aufbricht und so \u00d6l und Gas gewinnen kann.<sup> <a title=\" Dabei wird h\u00e4ufig das Grundwasser gesch\u00e4digt, was Brunnen kontaminieren kann, und es entstehen Erdbeben.\" href=\"#fuss 17\">(17)<\/a><\/sup> Dennoch w\u00e4chst das Handelsbilanzdefizit, denn der Wert aller Exportwaren aus den USA nimmt best\u00e4ndig ab.<\/p>\n<p>Das war bisher kein Grund zur Besorgnis. Die USA sind ein sogenannter Konsumentenmarkt, das hei\u00dft, dass das volkswirtschaftliche Wohl und Wehe prim\u00e4r vom binnenwirtschaftlichen Konsum abh\u00e4ngt, nicht vom Au\u00dfenhandel. Und: Die monet\u00e4ren Verluste aufgrund der negativen Au\u00dfenhandelsbilanz werden best\u00e4ndig kompensiert: Die VR China h\u00e4lt US-Staatsanleihen im Wert von mehr als einer Billion Dollar, allerdings ist die Tendenz r\u00fcckl\u00e4ufig. Und die Petrodollars, die die Staaten des Nahen Ostens eingenommen haben, wurden gern wieder in den USA investiert.<sup> <a title=\" Das schafft \u00fcbrigens Arbeitspl\u00e4tze, und sei es nur f\u00fcr die Putzkolonnen in \u00fcberwiegend ungenutzten Edelimmobilien in der Fifth Avenue, NYC.\" href=\"#fuss 18\">(18)<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Richtig ist jedoch, dass in den USA in den letzten Jahrzehnten aufgrund des Strukturwandels zahlreiche Arbeitspl\u00e4tze verloren gingen, so in der Automobilindustrie, in der Kohlgewinnung und Verarbeitung und in der Holzindustrie. Der sekund\u00e4re Sektor tr\u00e4gt nur noch 20% zum BIP bei, nahezu 80% werden im Dienstleistungsbereich erwirtschaftet.<sup> <a title=\" Im Dienstleistungsbereich sind etliche \u201epersonennahe\u201c T\u00e4tigkeiten vereint, die als gemeinsames Merkmal schlechte Bezahlung aufweisen und sich in Ballungszentren konzentrieren. Arbeitslose Bergleute im l\u00e4ndlichen Kentucky oder entlassene Logger in Washington werden sich darauf kaum vermitteln lassen. Es stellt sich auch die Frage, ob der \u201eWhite Trash\u201c, den eine skrupellose Medizinindustrie opioidabh\u00e4ngig gemacht hat, \u00fcberhaupt noch f\u00e4hig ist, Fast-Food-Burger zu braten.\" href=\"#fuss 19\">(19)<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Was k\u00f6nnte getan werden, um das US-Handelsbilanzdefizit zu verringern und im eigenen Land Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen?<\/p>\n<p>Eine Abwertung des Dollars h\u00e4tte keine Auswirkungen auf den Binnenmarkt, wohl aber auf den Au\u00dfenhandel, denn amerikanische Produkte w\u00fcrden sich verbilligen. Eine derartige Ma\u00dfnahme steht aber nur autorit\u00e4ren Regimes zu Gebote. Der Dollarkurs dagegen ist allein der Willk\u00fcr der Devisenm\u00e4rkte ausgesetzt und kann von der US-Notenbank nur indirekt durch die H\u00f6he des Zinssatzes, zu dem sich Banken Geld leihen k\u00f6nnen, beeinflusst werden.<\/p>\n<p>Also bietet sich die M\u00f6glichkeit an, die Trump ins Auge gefasst hat:<sup> <a title=\" Oder zumindest ab und zu ins Auge fasst, wenn er nicht v\u00f6llig Widerspr\u00fcchliches verlautbart.\" href=\"#fuss 20\">(20)<\/a><\/sup> Schutzz\u00f6lle auf Importwaren erheben.<\/p>\n<p>Die Folgen einer solchen Ma\u00dfnahme sind zahlreich. Aufgrund von Schutzz\u00f6llen steigen die Preise f\u00fcr Importwaren, was den Absatz dieser Waren und damit Importe verringert. Sollten die bisherige Importeure keine neuen M\u00e4rkte erschlie\u00dfen k\u00f6nnen, f\u00fchrt das in ihren L\u00e4ndern zu erh\u00f6hter Arbeitslosigkeit. Dagegen d\u00fcrfte in den USA die Inlandsproduktion f\u00fcr den Eigenbedarf steigen. Die Produktion f\u00fcr den Export d\u00fcrfte sich aber eher r\u00fcckl\u00e4ufig entwickeln, denn die Geschichte<sup> <a title=\" Aus der die Menschen angeblich unbedingt lernen sollen, aber noch nie etwas gelernt haben.\" href=\"#fuss 21\">(21)<\/a><\/sup> zeigt, dass die Staaten, deren Volkswirtschaften von Schutzz\u00f6llen betroffen sind, ihrerseits Zollmauern errichten<sup> <a title=\" Man handelt also Zug um Zug, oder besser, Mauer um Mauer,wie es sich f\u00fcr einen richtigen Deal geh\u00f6rt. Hat Trump sich m\u00f6glicherweise inzwischen auf diese Art von Mauern eingetwittert, weil er mit dem Bollwerk gegen Mexiko bisher gescheitert ist?\" href=\"#fuss 22\">(22)<\/a><\/sup>. Werden immer mehr Staaten in diesen Strudel hineingezogen, nehmen die Weltproduktion und der Welthandel ab, damit werden Arbeitspl\u00e4tze vernichtet, die Kaufkraft sinkt, und es entwickelt sich eine internationale Rezession.<\/p>\n<p>Um den politischen Zustand der Welt ist es nicht sonderlich gut bestellt<sup> <a title=\" Die Zahl der Staaten mit demokratischen Systemen nimmt seit einigen Jahren ab.\" href=\"#fuss 23\">(23)<\/a><\/sup>, um den sozialen ebenfalls nicht, aber die brummende Weltkonjunktur hat das Elend des Lebens immerhin f\u00fcr Millionen Bewohner der sogenannten Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4nder ertr\u00e4glicher gemacht. Fallen die gegenw\u00e4rtigen Erwerbsm\u00f6glichkeiten fort, so sind soziale Verwerfungen, soziale Unruhen, politische Instabilit\u00e4t absehbar. In einer Phase, in der die Menschheit sich weiterhin unkontrolliert vermehrt und in der der Klimawandel sich auszuwirken beginnt, sind deren Folgen kaum abzusehen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Natur, f\u00fcr die Umwelt\u201c, wie die Menschen absch\u00e4tzig zu sagen pflegen, w\u00e4re eine solche Entwicklung allerdings eine gute Nachricht. Die \u00dcbernutzung der irdischen Ressourcen k\u00f6nnte zumindest verlangsamt werden \u2013 gestoppt werden wird sie vermutlich nicht.<sup> <a title=\" Es sei, denn, Trump trifft sich nicht mit Kim Jong-Un zur friedlichen Teezeremonie, sondern beweist dem Nordkoreaner, dass sein Atomknopf gr\u00f6\u00dfer ist. Dann beginnt das Spiel des Lebens von vorn. Auch kein Grund zur Aufregung: Im Laufe der irdischen Evolution, sagen die menschlichen Biologen, sind 98 Prozent aller Arten wieder ausgestorben.\" href=\"#fuss 24\">(24)<\/a><\/sup><\/p>\n<p>April 2018<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Fu\u00dfnoten<\/h3>\n<h6><em>Wenn Sie mit der Maus \u00fcber der Fu\u00dfnote verharren, wird diese angezeigt. Ein Klick bringt Sie zu dieser Position. Mit der Zur\u00fccktaste des Browsers oder dem Link hinter der Fu\u00dfnote geht es wieder in den Text.<\/em><\/h6>\n<p><a name=\"fuss 1\"><\/a>(1) W\u00e4re es anders, brauchten die Menschen z.B.im Gaza-Streifen keinen Mangel zu leiden.<a href=\"#fuss 1 z\"> \u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 2\"><\/a>(2) Um diese Bewertung nachzuvollziehen, gen\u00fcgt es, das Sortiment eines beliebigen Billigkaufhauses in Augenschein zu nehmen, falls man es wagt, sich den olfaktorischen Attacken der Weichmacher der angepriesenen Waren auszusetzen.<a href=\"#fuss 1 z\"> \u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 3\"><\/a>(3) Rohstoffe aus dem Kongo, sei es Blut-Koltan oder seien es Blut-Diamanten, werden unter uns\u00e4glichen Bedingungen gesch\u00fcrft und finanzieren oft die Budgets von Warlords.<a href=\"#fuss 1 z\"> \u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 4\"><\/a>(4) Die Baumwollpflanze ben\u00f6tigt sehr viel Wasser \u2013 ein Gut, das in \u00c4gypten nicht gerade im \u00dcberfluss vorhanden ist.<a href=\"#fuss 1 z\"> \u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 5\"><\/a>(5) Arbeiterrechte sind in den drei genannten L\u00e4ndern unbekannt.<a href=\"#fuss 5 z\"> \u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 6\"><\/a>(6) Ob es sich um Tanker, Sch\u00fcttgutfrachter oder Containerschiffe handelt: Sie alle werden mit \u201eBunker\u201c, also mit Bitumen, betrieben. Flugzeuge vieler Staaten fliegen mit subventioniertem Kerosin. LKWs fahren mit Benzin oder Diesel. Alle Transportmittel bef\u00f6rdern den Treibhauseffekt in hohem Ma\u00dfe.<a href=\"#fuss 6 z\">\u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 7\"><\/a>(7) Ob es wirklich nur ein Zufall ist, dass das Internet seine Existenz der milit\u00e4rischen Kommunikation verdankt?.<a href=\"#fuss 7 z\"> \u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 8\"><\/a>(8) So muss Apple die Firma Foxconn in beiden Chinas finanzieren k\u00f6nnen und vorgeben, ein irisches Unternehmen zu sein, um im Heimatland USA kaum Steuern zu zahlen. So hat die Deutsche Bank sich von ihren Kleinanlegern verabschiedet und sich auf das Investmentgesch\u00e4ft verlegt, um mindestens 25% Profit zu machen, das wollte zumindest der weiland Vorstandsvorsitzende Ackermann. Dass das Gl\u00fccksspiel sich in ein Ungl\u00fccksspiel verkehren kann, zeigt der gegenw\u00e4rtige desolate Zustand des ehemaligen deutschen Bankenflaggschiffs.<a href=\"#fuss 8 z\"> \u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 9\"><\/a>(9) Z\u00f6lle betreffend.<a href=\"#fuss 1 z\"> \u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 10\"><\/a>(10) nationale Bestimmungen betreffend, z. B. Vorschriften im Lebensmittelrecht. Besonders aktiv ist in diesem Bereich die Volksrepublik China, die ausl\u00e4ndisches Kapital nur in Form von Beteiligungen an chinesischen Unternehmen gestattet.<a href=\"#fuss 10 z\"> \u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 11\"><\/a>(11) Die EU geht hier keineswegs mit leuchtendem Beispiel voran. F\u00fcr Autos aus den USA m\u00fcssen z. B. 10% Zoll gezahlt werden, w\u00e4hrend die USA im Gegenzug nur 2,5% erheben. <a href=\"#fuss 11 z\"> \u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 12\"><\/a>(12) Auch hier spielt zum Beispiel die Europ\u00e4ische Union eine unr\u00fchmliche Rolle. Die Massen-Gefl\u00fcgelhaltung dort generiert eine \u00dcberproduktion minderwertiger Fleischteile der Tiere, da auf dem europ\u00e4ischen Markt oft nur die Brustfilets nachgefragt werden. Fl\u00fcgel und Keulen werden zum gro\u00dfen Teil auf afrikanische M\u00e4rkte verbracht, wo sie die nicht konkurrenzf\u00e4higen einheimischen Produzenten l\u00e4ngst verdr\u00e4ngt haben. Die ihrerseits sehen keinen anderen \u201eAusweg\u201c, als in der vergeblichen Hoffnung auf ein besseres Auskommen die st\u00e4dtischen Slums zu vergr\u00f6\u00dfern.<a href=\"#fuss 12 z\"> \u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 13\"><\/a>(13) ein Mindestma\u00df an Steuerehrlichkeit vorausgesetzt<a href=\"#fuss 13 z\"> \u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 14\"><\/a>(14) alle Zahlen wurden gro\u00dfz\u00fcgig gerundet.<a href=\"#fuss 14 z\"> \u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 15\"><\/a>(15) Der Unternehmer Trump, der, wie inzwischen offensichtlich ist, weder vom politischen Gesch\u00e4ft noch von volkswirtschaftlichen Zusammenh\u00e4ngen Ahnung, geschweige denn Kenntnisse hat, denkt rein betriebswirtschaftlich. Und unter betriebswirtschaftlichen Aspekten sind rote Zahlen schlecht, sie m\u00fcssen in schwarze verwandelt werden. Im Rahmen seines beschr\u00e4nkten Denkhorizonts handelt Trump also folgerichtig.<a href=\"#fuss 15 z\"> \u293e)<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 16\"><\/a>(16) Diese Entwicklung beruht nicht auf der vern\u00fcnftigen Entscheidung der amerikanischen Autofahrer, das Fahrrad zu nutzen (was, zugegeben, bei manchen Entfernungen in den USA an naturr\u00e4umliche Grenzen st\u00f6\u00dft) oder wenigstens auf weniger spritschluckende Modelle umzusteigen \u2013 ganz im Gegenteil. <a href=\"#fuss 16 z\"> \u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 17\"><\/a>(17) Dabei wird h\u00e4ufig das Grundwasser gesch\u00e4digt, was Brunnen kontaminieren kann, und es entstehen Erdbeben.<a href=\"#fuss 17 z\">\u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 18\"><\/a>(18) Das schafft \u00fcbrigens Arbeitspl\u00e4tze, und sei es nur f\u00fcr die Putzkolonnen in \u00fcberwiegend ungenutzten Edelimmobilien in der Fifth Avenue, NYC.<a href=\"#fuss 1 z\">\u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 19\"><\/a>(19) Im Dienstleistungsbereich sind etliche \u201epersonennahe\u201c T\u00e4tigkeiten vereint, die als gemeinsames Merkmal schlechte Bezahlung aufweisen und sich in Ballungszentren konzentrieren. Arbeitslose Bergleute im l\u00e4ndlichen Kentucky oder entlassene Logger in Washington werden sich darauf kaum vermitteln lassen. Es stellt sich auch die Frage, ob der \u201eWhite Trash\u201c, den eine skrupellose Medizinindustrie opioidabh\u00e4ngig gemacht hat, \u00fcberhaupt noch f\u00e4hig ist, Fast-Food-Burger zu braten.<a href=\"#fuss 19 z\">\u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 20\"><\/a>(20) Oder zumindest ab und zu ins Auge fasst, wenn er nicht v\u00f6llig Widerspr\u00fcchliches verlautbart.<a href=\"#fuss 20 z\">\u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 21\"><\/a>(21) Aus der die Menschen angeblich unbedingt lernen sollen, aber noch nie etwas gelernt haben.<a href=\"#fuss 1 z\">\u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 22\"><\/a>(22) Man handelt also Zug um Zug, oder besser, Mauer um Mauer,wie es sich f\u00fcr einen richtigen Deal geh\u00f6rt. Hat Trump sich m\u00f6glicherweise inzwischen auf diese Art von Mauern eingetwittert, weil er mit dem Bollwerk gegen Mexiko bisher gescheitert ist?<a href=\"#fuss 1 z\">\u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 23\"><\/a>(23) Die Zahl der Staaten mit demokratischen Systemen nimmt seit einigen Jahren ab.<a href=\"#fuss 1 z\">\u293e<\/a><\/p>\n<p><a name=\"fuss 24\"><\/a>(24) Es sei, denn, Trump trifft sich nicht mit Kim Jong-Un zur friedlichen Teezeremonie, sondern beweist dem Nordkoreaner, dass sein Atomknopf gr\u00f6\u00dfer ist. Dann beginnt das Spiel des Lebens von vorn. Auch kein Grund zur Aufregung: Im Laufe der irdischen Evolution, sagen die menschlichen Biologen, sind 98 Prozent aller Arten wieder ausgestorben.<a href=\"#fuss 1 z\">\u293e<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-content\/uploads\/kullebaum.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-25\" src=\"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-content\/uploads\/kullebaum-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-content\/uploads\/kullebaum-300x225.jpg 300w, https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-content\/uploads\/kullebaum-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-content\/uploads\/kullebaum.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>P. D. Kulle Zu Zeiten, als freier Handel zwischen L\u00e4ndern verp\u00f6nt war, leistete der gesch\u00e4tzte Kollege David Ricardo 1817 Bahnbrechendes, um ihm zu Ehren zu verhelfen. Er entwickelte eine Theorie, bekannt geworden unter dem Namen der Theorie der komparativen Kosten, in der er bewies, dass sich freier Handel immer lohne, selbst dann, wenn die Produktionskosten&hellip; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/2018\/04\/anmerkungen-zu-theorie-und-realitaet-des-freihandels\/\"><span class=\"screen-reader-text\">Anmerkungen zu Theorie und Realit\u00e4t des Freihandels<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":709,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_crdt_document":"","footnotes":""},"categories":[9,7],"tags":[19,18,20],"class_list":["post-772","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kulle3-2","category-kulle2","tag-freihandel","tag-ricardo","tag-trump","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/772","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=772"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/772\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":786,"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/772\/revisions\/786"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/media\/709"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=772"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=772"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=772"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}