{"id":457,"date":"2006-05-05T14:43:16","date_gmt":"2006-05-05T12:43:16","guid":{"rendered":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/?p=457"},"modified":"2017-03-14T14:50:43","modified_gmt":"2017-03-14T12:50:43","slug":"kulle-in-tempus-aktuell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/2006\/05\/kulle-in-tempus-aktuell\/","title":{"rendered":"Kulle in &#8222;Tempus&#8220; aktuell"},"content":{"rendered":"<p><b>Tempus aktuell:<\/b> Herr Dr. Kulle&#8230;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.baerdel.de\/baerdel\/kulle2klein.jpg\" alt=\"Kulle\" width=\"400\" height=\"335\" align=\"right\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><b>Kulle:<\/b> Sagen Sie bitte einfach nur Kulle. Ich bin ein B\u00e4r, kein Mensch. Also lege ich auch keinen Wert auf menschliche Titel.<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> Sie m\u00f6gen Menschen nicht?<\/p>\n<p><b>Kulle:<\/b> Der Begriff \u201cm\u00f6gen\u201d bezeichnet eine Emotion und ist deshalb nur in Grenzen geeignet, mein Verh\u00e4ltnis zu Menschen zu beschreiben. Ich bem\u00fche mich, die Welt und damit auch die Menschen sachlich zu betrachten. Dabei bin ich zu dem Urteil gekommen, dass es eine bemerkenswerte Kluft zwischen dem Selbstverst\u00e4ndnis der Menschen und ihrer tats\u00e4chlichen Rolle auf der Erde gibt.<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> K\u00f6nnen Sie das erl\u00e4utern?<\/p>\n<p><b>Kulle:<\/b> Nat\u00fcrlich kann ich das &#8211; oder haben Sie mich zu einem Interview eingeladen in der Hoffnung, Ihren Lesern einen debilen B\u00e4ren vorzuf\u00fchren?<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> Nein, nat\u00fcrlich nicht. Wir bitten um Entschuldigung. Wir haben Ihnen gerade einen Anlass daf\u00fcr gegeben, uns nicht zu m\u00f6gen, und Sie so in Ihrer sachlichen Betrachtung der Menschheit gest\u00f6rt. W\u00e4ren Sie so freundlich, uns die Aussage zu erl\u00e4utern, die Sie soeben knapp formuliert haben?<\/p>\n<p><b>Kulle:<\/b> Gerne. Die Menschen haben erkannt, dass sie erkennen k\u00f6nnen, und gelernt, Erkanntes durch Sprache mitzuteilen und zu tradieren &#8211; erst m\u00fcndlich, wesentlich sp\u00e4ter schriftlich. Die F\u00e4higkeit zu denken impliziert die Notwendigkeit, Fragen zu stellen, nicht nur danach, wo vermutlich der n\u00e4chstgelegene Bienenstock zu finden ist, in dem man Honig findet, sondern nach der Vergangenheit, was zuerst leicht ist, wenn man \u00fcber ein intaktes Ged\u00e4chtnis verf\u00fcgt, aber problematisch wird, wenn man zur\u00fcckliegende Handlungen angesichts der Frage reflektiert, ob sie richtig oder falsch gewesen sein m\u00f6gen. Hier zeigt sich die Wiege von Ethik und Moral. Dabei ist durchaus Brauchbares herausgekommen, wie zum Beispiel das F\u00fcnfte Gebot<sup><a title=\" Du sollst nicht t\u00f6ten.\" href=\"#fussnoten\">1<\/a><\/sup>.<\/p>\n<p>Damals &#8211; und auch heute &#8211; leider nur bezogen auf Angeh\u00f6rige des eigenen Stammes oder Volkes, aber, wenn man von allen Beschr\u00e4nkungen absieht, durchaus ein Nucleus des heute bedauerlicherweise weitgehend in Vergessenheit geratenen Kategorischen Imperativs Immanuel Kants, den er 1788 formuliert hat: \u201cHandle stets so, dass die Maxime deines Handelns jederzeit als Grundlage eines allgemeinen Gesetzes gelten k\u00f6nnte.&#8220;<\/p>\n<p>Fragen zeigen sich auch in Bezug auf die Zukunft, denn wer denken kann, entwickelt eine Vorstellung davon, dass es, wenn es ein \u201cGestern\u201d gab, auch ein \u201cMorgen\u201d geben wird oder zumindest geben k\u00f6nnte, von dem man im Gegensatz zum \u201cGestern\u201d aber nicht angeben kann, wie es aussehen wird. Wo ein \u201cMorgen\u201d gedacht wird, ist auch ein Ende denkbar, ein Ende alles Seins, ganz sicher aber ein Ende der individuellen Existenz, sind denkende menschliche Wesen doch im Stande, das Altern der Haut, den Haarausfall und das Schwinden der Potenz zu beobachten. Eine realistische Antwort auf die Frage nach der Zukunft lie\u00dfe sich in den lapidaren Satz fassen: \u201cAlles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei!\u201d. Menschen allerdings weigern sich, diese simple Wahrheit zu erkennen, und konstruieren stattdessen endlose Lebenszyklen, die irgendwann im Nirwana enden, oder wie auch immer geartete Paradiese.<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> Warum haben Sie etwas gegen religi\u00f6se Vorstellungen?<\/p>\n<p><b>Kulle:<\/b> Theoretisch betrachtet, habe ich nichts dagegen. Im Gegenteil: Es ist soziologisch \u00e4u\u00dferst interessant zu untersuchen, wer wann warum welche wenig wahrscheinliche Welterkl\u00e4rung zusammengebastelt hat. Praktisch allerdings sieht die Sache anders aus, denn die meisten Menschen mit religi\u00f6sen Vorstellungen fr\u00f6nen dem Wahn, ihre Sicht der Dinge sei die richtige. Auch in diesem Zusammenhang muss ich leider darauf verweisen, dass die Ideen der europ\u00e4ischen Aufkl\u00e4rung in Vergessenheit geraten sind &#8211; man denke etwa an Lessings \u201cRingparabel\u201d<sup><a title=\"Die \u201cRingparabel\u201d gilt als Kernst\u00fcck von Gotthold Ephraim Lessings Drama \u201cNathan der Weise\u201d.....\" href=\"#fussnoten\">2<\/a><\/sup>.<\/p>\n<p>Das kann ich mit Fug und Recht nat\u00fcrlich nur denjenigen vorwerfen, die qua kultureller Entwicklung mit diesen Ideen jemals in Ber\u00fchrung kommen konnten. Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel US-amerikanische Pr\u00e4sidenten, und auch der gegenw\u00e4rtige sollte als Absolvent von Harvard zumindest einmal davon geh\u00f6rt haben.<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> Sie werfen George Walker Bush vor, der Welt seine Ideen oktroyieren zu wollen?<\/p>\n<p><b>Kulle:<\/b> Vorsicht, bitte! Ich hege begr\u00fcndete Zweifel daran, dass dieser Menschenmann eigene Ideen hat. Aber die Gedanken, die er f\u00fcr seine eigenen h\u00e4lt, will er der Welt oktroyieren, in der Tat. Als wiedergeborener Christ, als der er sich bezeichnet, strebt er eine Weltordnung an, die seinen Vorstellungen von Demokratie und Kapitalismus entspricht, und diese Vorstellungen sind nicht nur weltlicher, sondern auch transzendenter Natur. Warum sollte er nach praktisch jeder seiner offiziellen Ansprachen sagen: \u201cSo help me God\u201d, w\u00e4re es anders?<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> Nun ja, wir geben zu, Bush ist schon etwas merkw\u00fcrdig. Aber man kann das doch als Einzelfall werten.<\/p>\n<p><b>Kulle:<\/b> Nein, das kann man nicht. Religion durchtr\u00e4nkt die amerikanische Gesellschaft immer st\u00e4rker.<\/p>\n<p>Nehmen Sie die Kontroverse um den Darwinismus. Da gibt es die dummen Christen, die meinen, die Daten, die im Alten Testament gegeben werden, w\u00f6rtlich nehmen zu m\u00fcssen. So kommen sie zu dem Schluss, ihr Gott habe die Welt in sechs Tagen erschaffen, und seitdem seien noch nicht einmal 5000 Jahre vergangen. Diese Leute sind so dumm, dass sie selbst in den USA meist ausgelacht werden. Anders verh\u00e4lt es sich mit den Kreationisten, die die Evolutionstheorie deshalb ablehnen, weil das irdische Leben so komplex und folgerichtig sei, dass dieses Leben nur als Sch\u00f6pfung, also als Werk eines Sch\u00f6pfers, gedeutet werden k\u00f6nne. Die haben inzwischen in den halben USA die Schulb\u00fccher zumindest zum Teil erobert. Noch \u201ccleverer\u201d sind sogenannte Wissenschaftler, die pal\u00e4ontologische und biologische Forschungsergebnisse, die Darwins Theorien beweisen, schlankweg in Frage stellen.<\/p>\n<p>Oder nehmen Sie die Templeton Foundation. 40 Millionen Dollar j\u00e4hrlich investiert diese Stiftung in sogenannte wissenschaftliche Projekte, unter anderem um die Heilkraft des Betens nachzuweisen, nota bene, wissenschaftlich nachzuweisen.<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> Sie werden aber zugeben, dass die internationale Politik der USA, und damit meinen wir auch die Interventionspolitik, durchaus weltliche Z\u00fcge tr\u00e4gt.<\/p>\n<p><b>Kulle:<\/b> Das gebe ich ohne weiteres zu. Wenn das, was zum Beispiel in Abu Ghraib passiert ist, <sup><a title=\"In dem irakischen Gef\u00e4ngnis Abu Ghraib haben die Bewacher aus den Reihen der US-amerikanischen Besatzungstruppen H\u00e4ftlinge gefoltert, unter anderem in Form sexueller Dem\u00fctigung.\" href=\"#fussnoten\">3<\/a><\/sup> nicht weltlich war, dann wei\u00df ich nicht, was weltlich ist.<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell<\/b>: Kulle, Sie sind zynisch.<\/p>\n<p><b>Kulle: <\/b>Ich bin Realist. Aber ich gebe zu, dass Realismus zu Zynismus f\u00fchren kann und manchmal muss.<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> Kommen wir zu einem anderen Aspekt. Die Menschen in S\u00fcdostasien und in der sogenannten islamischen Welt sind in der Regel nicht mit den von Ihnen zu Recht hoch gesch\u00e4tzten Ideen der europ\u00e4ischen Aufkl\u00e4rung in Ber\u00fchrung gekommen. Werfen Sie denen auch etwas vor?<\/p>\n<p><b>Kulle: <\/b>Vielen Menschen in diesen Gegenden der Welt k\u00f6nnte ich nichts weiter vorwerfen als ihre Existenz, und das w\u00e4re unsinnig, denn daran sind sie unschuldig. Sie haben keinen Zugang zu Bildung, leben h\u00e4ufig in Staaten, deren Regierungen ihnen die Beschaffung korrekter Informationen versagen, und haben oft keine Kraft, f\u00fcr die Beseitigung dieser M\u00e4ngel zu k\u00e4mpfen, weil es sie alle Energie kostet, ihr Leben zu fristen. Wenn ich also jemandem etwas vorwerfen soll, dann m\u00fcssen Sie mir schon jemanden nennen, auf den die obige Charakterisierung nicht zutrifft.<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> Wie w\u00e4re es mit Osama Bin Laden?<\/p>\n<p><b>Kulle:<\/b> Eine gute Wahl. Osama verf\u00fcgt \u00fcber Bildung, er hat Ingenieurwesen und Betriebswirtschaft studiert, und zwar in Saudi-Arabien und im Libanon, ist also ein Kind der islamischen Welt. An Geld mangelt es ihm ebenfalls nicht: Nach dem Tod seines Vaters erbte er etwa 80 Millionen Dollar. Bleibt die Frage nach dem Zugang zu korrekten Informationen.<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell: <\/b>Und?<\/p>\n<p><b>Kulle:<\/b> Ich habe gez\u00f6gert, weil ich weiter ausholen m\u00fcsste, um dazu Stellung zu nehmen.<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> Holen Sie ruhig aus!<\/p>\n<p><b>Kulle:<\/b> Nun gut.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen zun\u00e4chst definieren, was korrekt ist, korrekt im gesellschaftlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Sinn, und damit sind wir bei der Problematik von Erkenntnis und Interesse. Das, was objektiv korrekt, also sachlich richtig ist, wie zum Beispiel die Aussage: \u201cZwei mal zwei ist vier\u201d, muss sich nicht mit den Interessen eines Individuums decken. Ein Mensch kann zum Beispiel wollen, dass Zwei mal Zwei gleich F\u00fcnf ist und dass alle seine Meinung teilen. Wenn Sie wissen wollen, wie so etwas m\u00f6glich ist, lesen Sie \u201c1984\u201d von George Orwell, das ist ein hervorragender und leider immer noch aktueller Roman, aber das nur am Rande; wir sind hier nicht im Literarischen Quartett.<\/p>\n<p>Das falsche Interesse kann die richtige Erkenntnis dominieren, das ist schlimm genug. Schlimmer noch: Interessierte erkennen in der Regel nicht, wenn sie aufgrund ihres Interesses nicht in der Lage sind, Erkenntnis zu gewinnen. Sie setzen Erkenntnis und Interesse gleich. Demzufolge wollen sie nur das zur Kenntnis nehmen, was ihrem Interesse entspricht.<\/p>\n<p>Aber es ist ebenfalls durchaus m\u00f6glich, dass Erkenntnis und Interesse deckungsgleich sind. Was ist zum Beispiel falsch an der Erkenntnis, dass die Energiereserven im arabischen Raum, also prim\u00e4r das Roh\u00f6l, \u00fcberwiegend nicht von den dort lebenden Muslimen kontrolliert und verwertet werden, sondern von westlichen \u00d6lkonzernen? Was ist falsch an dem Interesse, dass diese Rohstoffe nicht von amerikanischen, franz\u00f6sischen, britischen oder spanischen Multis ausgebeutet werden, sondern von dort ans\u00e4ssigen nationalen Unternehmen? Letzteres ist \u00fcbrigens eine zentrale Forderung Bin Ladens.<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> Moment mal &#8211; Sie verteidigen den Mann?<\/p>\n<p><b>Kulle:<\/b> Ich verteidige niemanden, und ich klage auch niemanden an. Ich analysiere. Das h\u00e4tten Sie eigentlich inzwischen begreifen sollen.<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> Entschuldigung.<\/p>\n<p><b>Kulle:<\/b> Bitte. Wenn Sie gestatten, w\u00fcrde ich meine Analyse gerne fortsetzen. Ich war noch nicht fertig.<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> Wir bitten darum.<\/p>\n<p><b>Kulle:<\/b> Danke.<\/p>\n<p>Es gibt andere Ziele Bin Ladens, bei denen ein Urteil schwerer f\u00e4llt als bei dem obigen Beispiel. Ich will darauf nicht im einzelnen eingehen, weil ich annehme, dass Sie in der n\u00e4chsten Ausgabe der <b>Tempus aktuell<\/b> noch anderes publizieren wollen als das Interview mit mir. Nur so viel: Die Forderung nach Beendigung der US-Milit\u00e4rpr\u00e4senz in islamischen Staaten wie Saudi-Arabien erscheint mir durchaus diskussionsw\u00fcrdig. Inakzeptabel ist dagegen die Zielsetzung, Staaten mit islamischer Bev\u00f6lkerung in Theokratien umzuwandeln und das gesellschaftliche Leben an den Grunds\u00e4tzen der Scharia auszurichten &#8211; das widerspr\u00e4che den Forderungen der Aufkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>Kommen wir von den Zielen zu den Mitteln. Da Kants oben bereits erw\u00e4hnter Kategorischer Imperativ zweifellos der sinnvollste Grundsatz ist, der jemals von Menschen \u00fcber menschliches Zusammenleben ge\u00e4u\u00dfert worden ist, sind terroristische Methoden in jedem Fall abzulehnen, gleichg\u00fcltig, ob sie sich gegen einzelne prominente politische Individuen oder gegen anonyme Massen richten.<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> Wie stoppt man einen Osama Bin Laden?<\/p>\n<p><b>Kulle: <\/b>Gar nicht.<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> Wie d\u00fcrfen wir das verstehen?<\/p>\n<p><b>Kulle:<\/b> Wie ich es gesagt habe.<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> Sie meinen also, der Kampf gegen al-Qaida sei hoffnungslos?<\/p>\n<p><b>Kulle:<\/b> Wieso? Eben noch sprachen wir \u00fcber Bin Laden, und nun bringen Sie eine Organisation ins Spiel, deren Kopf Osama angeblich und vermutlich sogar tats\u00e4chlich ist. Das sind zwei verschiedene Dinge.<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> Inwiefern?<\/p>\n<p><strong>Kulle:<\/strong> Der Kampf gegen einen Menschen wie Osama Bin Laden, der den Fall orthodoxer Kalifate betrauert, der jeglichen westlichen Einfluss als Intrigen von \u201cKreuzz\u00fcglern\u201d diffamiert und der gegen Sozialismus wettert, ist aussichtslos. Aussichtslos insofern, als es vermutlich nicht gelingen wird, ihn von seinen Ansichten abzubringen.<\/p>\n<p>Der Kampf gegen eine Organisation wie al-Qaida ist dagegen sehr vielversprechend. al-Qaida ist eine Hydra mit vielen K\u00f6pfen: Die hei\u00dfen Unwissenheit, Hoffnungslosigkeit, Verunsicherung, eschatologische Verhei\u00dfung. Und es gibt einen kleinen Kopf mit Namen intellektueller Verblendung und Selbstgerechtigkeit. Den wird man nie abschlagen k\u00f6nnen &#8211; denken Sie zum Beispiel an Theodore John Kaczynski<sup><a title=\"Theodore J. Kaczynski, bekannt als \u201cUnabomber\u201d, ......\" href=\"#fussnoten\">4<\/a><\/sup>, aber es ist leicht, die anderen zu dekapitieren.<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> Wie wollen Sie die anderen Hydra-K\u00f6pfe abschlagen?<\/p>\n<p><b>Kulle:<\/b> Ich will das zwar, aber ich kann es nicht, denn ich bin ein B\u00e4r. Sie haben es mit einem menschlichen Problem zu tun. Sie als Menschen m\u00fcssen das wollen und tun. Wenn Sie das wollen, ist es einfach: Sie brauchen nur eine gerechte Weltpolitik zu betreiben und dabei die Menschenrechte zu beachten. Sie brauchen nur die W\u00fcrde des Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und das Geld auf den Platz zu verweisen, den es einnehmen muss, wenn Sie als Menschen denn schon ohne Geld nicht auskommen, auf den Platz des allgemeinen Waren\u00e4quivalents und nicht auf den des Kapitals.<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> Kulle, wir danken f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p><b>Kulle:<\/b> Das ist sch\u00f6n von Ihnen, aber ich bin mit Ihnen noch nicht fertig. Ich habe n\u00e4mlich auch noch eine Frage, Wie stoppt man einen George Walker Bush?<\/p>\n<p><b>Tempus aktuell:<\/b> \u00c4hhh &#8211; gar nicht&#8230;<\/p>\n<p><b>Kulle:<\/b> ich danke f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<div align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.baerdel.de\/baerdel\/kulle6.jpg\" alt=\"Kulle\" width=\"440\" height=\"330\" border=\"0\" \/><\/div>\n<hr \/>\n<p><a name=\"fussnoten\"><\/a><b>Fu\u00dfnoten: <\/b><\/p>\n<p><i>Wenn Sie die Maus kurz \u00fcber der Fu\u00dfnote verharren lassen, wird der Text der Fu\u00dfnote angezeigt &#8211; falls das nicht klappt, hier sind noch einmal alle Fu\u00dfnoten:<\/i><\/p>\n<ol>\n<li>Du sollst nicht t\u00f6ten.<\/li>\n<li>Die \u201cRingparabel\u201d gilt als Kernst\u00fcck von Gotthold Ephraim Lessings Drama \u201cNathan der Weise\u201d. Die Kernaussage der Parabel lautet, dass die drei monotheistischen Schriftreligionen Judentum, Christentum und Islam vor Gott gleichwertig sind. Sie fordert die Gl\u00e4ubigen indirekt auf, einander nicht zu bek\u00e4mpfen, sondern den Geboten ihres Gottes, der ihrer aller Gott ist, mit Barmherzigkeit und (N\u00e4chsten-)liebe zu gehorchen.<\/li>\n<li>In dem irakischen Gef\u00e4ngnis Abu Ghraib haben die Bewacher aus den Reihen der US-amerikanischen Besatzungstruppen H\u00e4ftlinge gefoltert, unter anderem in Form sexueller Dem\u00fctigung.<\/li>\n<li>Theodore J. Kaczynski, bekannt als \u201cUnabomber\u201d, wurde wegen Mordes in den USA verurteilt. weil er etwa 18 Jahre lang Briefbomben an verschiedene Personen geschickt hatte. Dadurch wurden drei Adressaten get\u00f6tet und 29 verletzt. Als Motiv gab Kaczynski an, er habe gegen die negativen Auswirkungen des technischen Fortschritts k\u00e4mpfen wollen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tempus aktuell: Herr Dr. Kulle&#8230; Kulle: Sagen Sie bitte einfach nur Kulle. Ich bin ein B\u00e4r, kein Mensch. 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