{"id":422,"date":"2000-05-05T15:06:30","date_gmt":"2000-05-05T13:06:30","guid":{"rendered":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/?p=422"},"modified":"2017-04-02T11:59:22","modified_gmt":"2017-04-02T09:59:22","slug":"morgenspaziergang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/2000\/05\/morgenspaziergang\/","title":{"rendered":"Morgenspaziergang"},"content":{"rendered":"<div align=\"center\">\n<h1>Morgenspaziergang<\/h1>\n<\/div>\n<p><span class=\"firstchar\">A<\/span>uch in der neuen Welt wollten die \u00dcbersiedler selbstverst\u00e4ndlich nicht auf lieb gewordene Gewohnheiten verzichten &#8211; schlie\u00dflich waren sie konservative Europ\u00e4er. So hatten B\u00e4rdel und Kulle ihre morgendlichen Spazierg\u00e4nge wieder aufgenommen, sobald Kulles Pfoten verheilt waren (vergleiche: &#8222;<a href=\"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/2000\/03\/der-erste-tag\/\">Der erste Tag<\/a>&#8222;). Anders als in B\u00e4renleben aber bestand B\u00e4rdel darauf, in Kulles N\u00e4he zu bleiben \u2013 er bef\u00fcrchtete weitere unbedachte Taten seines Freundes. Da er es verstand, seinen Mund zu halten, akzeptierte Kulle die Begleitung ohne irgend einen Kommentar.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.baerdel.de\/baerdel\/abendlasals4.jpg\" alt=\"Morgen in den Lasalls\" width=\"480\" height=\"360\" align=\"right\" \/><br \/>\nWie auch fr\u00fcher hielten sie eine feste Route ein: Ihr Weg f\u00fchrte sie bergauf \u00fcber eine Wiese bis zu einem Bach, der unterhalb eines Ger\u00f6llfeldes talabw\u00e4rts pl\u00e4tscherte, dann parallel zum Hang durch einen lichten Aspenbestand und in einem sanften Bogen wieder hinunter zur\u00fcck zur H\u00f6hle, die sie inzwischen \u201eZuhause\u201c nannten. Direkt hinter dem W\u00e4ldchen kreuzten sie dabei einen Fahrweg, der nach dehl\u00e4ndischen Kriterien den Namen \u201eStra\u00dfe\u201c nicht verdiente, hierzulande aber durchaus als solche galt. Allerdings hatten sie noch nie erlebt, da\u00df jemand diese sogenannte Stra\u00dfe benutzte. Bis heute.<br \/>\nKulle wollte gerade, gedankenverloren wie immer, den Schutz der B\u00e4ume verlassen, als B\u00e4rdel nach ihm griff und ihn gerade noch am Schulterfell erwischte.<br \/>\n\u201eStop!\u201c fl\u00fcsterte er. \u201eDa ist doch was!\u201c<br \/>\nAuf dem Fahrweg oder auf der Stra\u00dfe, jedenfalls auf dem festgefahrenen Lehm, stand ein Auto. Es sah so aus, als geh\u00f6rte es nicht hierher in die Berge und als wollte es auch nicht hier sein. Der ehemals wei\u00dfe PKW war lehm\u00fcberkrustet. Der linke Vorderreifen war platt, und unter dem Wagen breitete sich eine \u00fcbelriechende schillernde \u00d6llache aus. Die Scheiben waren dunkel get\u00f6nt, aber dennoch konnten die beiden bei genauem Hinsehen erkennen, da\u00df die Vordersitze besetzt waren.<br \/>\n\u201eMenschen!\u201c B\u00e4rdels Stimme war noch leiser als vorhin. \u201eLa\u00df uns verschwinden!\u201c<br \/>\nKulle sch\u00fcttelte jedoch den Kopf. Er sah Studienobjekte vor sich, keine unmittelbare Gefahr. \u201eNicht so eilig\u201c, sagte er. \u201eDie beiden schlafen doch, das sieht sogar eine Blindschleiche. Au\u00dferdem sieht es sehr so aus, als ob sie sich verirrt h\u00e4tten \u2013 ihr Auto ist jedenfalls eine einzige Katastrophe. Ich m\u00f6chte mir das n\u00e4her ansehen.\u201c<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.baerdel.de\/baerdel\/kulle7.jpg\" alt=\"Morgen in den Lasalls\" width=\"480\" height=\"360\" align=\"right\" \/><br \/>\nBevor B\u00e4rdel reagieren konnte, sah Kulle sich das n\u00e4her an, so wie er es verstand: Er ging ohne Umschweife auf das Auto zu und ri\u00df die Beifahrert\u00fcr weit auf. Der Oberk\u00f6rper eines jungen Mannes in dunkelblauem Anzug rutschte in den frei gewordenen Raum, und der Kopf w\u00e4re auf den harten Boden aufgeschlagen, h\u00e4tte Kulle ihn nicht im letzten Moment aufgefangen.<br \/>\n\u201eOh\u201c, sagte Kulle \u00fcberrascht.<br \/>\n\u201eOh\u201c, sagte der junge Mann und schlug die Augen auf. Er machte die Augen sofort wieder zu, und sein Gesicht nahm einen nachdenklichen Ausdruck an. Zuerst schien er skeptisch zu sein, aber dann begann er zu l\u00e4cheln. Das L\u00e4cheln wurde immer strahlender, und als sein Mund so breit war, da\u00df er die Ohren zu ber\u00fchren schien, schlug er die Augen wieder auf. Er schaute Kulle voller Vertrauen an, hob die Arme hoch \u00fcber seinen Kopf und senkte sie stufenweise wieder.<br \/>\n\u201e<span class=\"hilite\">Pay Lay Ale<\/span>\u201c, sagte er dabei.<br \/>\n\u201eKulle\u201c, sagte Kulle, als er sich seinerseits vorstellte. Er war jedoch verwirrt \u2013 so einen merkw\u00fcrdigen Namen hatte er noch nie geh\u00f6rt, und auch das Begr\u00fc\u00dfungsritual war ihm unbekannt.<br \/>\nSeine Antwort schien den jungen Mann nicht minder durcheinanderzubringen. Er schlo\u00df seine Augen wieder, rieb sich die Stirn, massierte sich die Schl\u00e4fen und sah Kulle danach zum zweiten Mal an. Diesmal war sein Blick mi\u00dftrauischer und klarer zugleich. Er sch\u00fcttelte den Kopf, als h\u00e4tte er einen entsetzlichen Fehler begangen, und wandte sich der Gestalt auf dem Fahrersitz zu. Kulle beugte sich tiefer hinab, um besser sehen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDer Mann auf dem Fahrersitz war ebenso jung und ebenso wei\u00df wie der Beifahrer und trug den gleichen blauen Anzug. Auch er schlief fest oder war vielleicht \u00a0ohnm\u00e4chtig, wie es sein Freund oder Kollege vor wenigen Minuten auch getan hatte oder gewesen war. Kr\u00e4ftiges Sch\u00fctteln seines Beifahrers brachte ihn jedoch wieder zu Bewu\u00dftsein.<br \/>\n\u201eWasser!\u201c sagte er.<br \/>\nDamit konnten die Spazierg\u00e4nger dienen. Seit dem Abenteuer des ersten Tages hatte B\u00e4rdel die H\u00f6hle nie wieder verlassen, ohne eine gro\u00dfe Flasche Wasser mitzunehmen, und sei es auch nur f\u00fcr einen kurzen Ausflug. Und er hatte allen B\u00e4renlebenern eingesch\u00e4rft, es genauso zu halten. Also dr\u00e4ngelte er sich jetzt nach vorne und reichte seine Flasche ins Auto.<br \/>\n\u201eBitte, trinkt ruhig, soviel ihr m\u00f6gt. Wir haben genug.\u201c Selbstverst\u00e4ndlich sprach B\u00e4rdel amerikanisches Englisch, aber als er sprach, merkte er, da\u00df der junge Mann das nicht getan hatte. \u201eWasser\u201c hatte er verlangt. Buchst\u00e4blich. \u201eWasser\u201c auf deutsch.<br \/>\nNachdem sowohl der Fahrer als auch sein Begleiter die Flasche gierig geleert hatten und sie, sichtlich besch\u00e4mt wegen ihrer Gier, zur\u00fcckgaben, begann B\u00e4rdel zu fragen. \u201eSeid ihr Deutsche?\u201c<br \/>\nBeide nickten.<br \/>\n\u201eVerirrt?\u201c Beide nickten wieder.<br \/>\n\u201eTouristen?\u201c Beide sch\u00fcttelten den Kopf.<br \/>\n\u201eNein, wir sind Miss&#8230;\u201c, begann der eine, aber der andere fiel ihm sofort ins Wort. \u201eD\u00fcrfen wir euch etwas fragen?\u201c wollte er wissen.<br \/>\n\u201cSelbstverst\u00e4ndlich!\u201c sagte Kulle spontan. Er war \u00fcberzeugt davon, da\u00df es keine Frage gab, die er nicht beantworten konnte.<br \/>\n\u201eGlaubt ihr an Gott?\u201c<br \/>\nDas \u00fcberraschte Kulle denn doch, allerdings nur f\u00fcr den Bruchteil einer Sekunde. Dann aber holte er tief Luft. \u201eNat\u00fcrlich ni&#8230;\u201c<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.baerdel.de\/baerdel\/baerd3.jpg\" alt=\"Morgen in den Lasalls\" width=\"320\" height=\"240\" align=\"right\" \/><br \/>\n\u201eNat\u00fcrlich nimmt diese Frage sich unter v\u00f6llig Fremden ein wenig merkw\u00fcrdig aus\u201c, erkl\u00e4rte B\u00e4rdel anscheinend seelenruhig beinahe gleichzeitig. Die beiden Fremden sahen jedenfalls nicht, da\u00df er Kulle heftig in die Seite knuffte, um ihn zum Schweigen zu bringen. \u201eEs ist schlie\u00dflich eine sehr pers\u00f6nliche Frage, aber ich will sie trotzdem beantworten: \u201eJa!\u201c<br \/>\nKulle blies ihm seinen hei\u00dfen Atem ins Gesicht, als er ihn verbl\u00fcfft ansah, aber B\u00e4rdel zwinkerte oder blinzelte kein bi\u00dfchen. Stattdessen l\u00e4chelte er die Fremden harmlos und strahlend an.<br \/>\nDie beiden strahlten zur\u00fcck. Der Zusammenbruch ihres Autos, ihre offensichtliche Ersch\u00f6pfung, vielleicht sogar Verletzungen \u2013 alles schien wie weggeblasen. \u201eWir auch!\u201c sagten sie im Chor. Und ebenfalls unisono: \u201eEs ist sch\u00f6n, euch zu treffen, Br\u00fcder!\u201c<br \/>\n\u201eGut, gut\u201c, brummte Kulle, \u201edann sind wir uns also einig, und jeder kann wieder seiner Wege gehen.\u201c Er sah B\u00e4rdel auffordernd an. So neugierig er auch war, einen Disput mit religi\u00f6s Verr\u00fcckten, die auf einem Waldweg in einem zusammengebrochenen Auto sa\u00dfen, hielt er f\u00fcr wenig fruchtbar. B\u00e4rdel schien jedoch anderer Meinung zu sein, denn er blieb wie angewurzelt stehen und wartete offenbar auf etwas. Er brauchte nicht viel Geduld zu haben.<br \/>\n\u201eDie Botschaft der Bibel ist wunderbar, nicht wahr?\u201c fragte Fahrer.<br \/>\nB\u00e4rdel nickte mit verkl\u00e4rtem L\u00e4cheln. Kulle schaute mehr und mehr verwirrt drein.<br \/>\n\u201eAber&#8230;\u201c sagte Fahrer.<br \/>\nB\u00e4rdel runzelte die Stirn. Er schien nicht geneigt, irgend etwas auf die Bibel kommen zu lassen.Kulle sah jedoch, da\u00df er schauspielerte. Er hatte zunehmend das Gef\u00fchl, an einer Schmierenkom\u00f6die teilzunehmen, die er allerdings nicht kannte.<br \/>\n\u201eAber was?\u201c wollte B\u00e4rdel wissen.<br \/>\nSeine augenscheinliche Skepsis veranla\u00dfte Fahrer zu einer anderen Strategie. \u201eAber viele Menschen glauben leider, da\u00df Gott sich heute nicht mehr offenbart\u201c, erkl\u00e4rte er.<br \/>\n\u201eTut er das denn?\u201c Das war wieder B\u00e4rdel.<br \/>\nKulle verlor die Geduld. Gut, abstrakt hatte er verstanden, was hier ablief. Die beiden jungen M\u00e4nner wollten ihn und seinen Freund f\u00fcr ihre Religion keilen. B\u00e4rdel hatte das eher begriffen als er und wollte die beiden jetzt gen\u00fc\u00dflich und ausf\u00fchrlich vorf\u00fchren. Aber Kulle hatte keine Lust, sich eine langatmige und bestimmt langweilige Religionsgemeinschaftsgr\u00fcndungs- oder Wundergeschichte anzuh\u00f6ren nach dem Schema: Jungfrau Maria erscheint drei armen Bauernm\u00e4dchen, Gott erscheint viehh\u00fctendem Araberjungen, Nomade klettert bei schlechtem Wetter auf einen Berg &#8211; oder so \u00e4hnlich. Da er in Amerika war, war er sicher, da\u00df in der Story der Beiden Gottvater samt Sohn, vielleicht auch noch begleitet von einer Dunstwolke, einem Knaben erschienen war, der vermutlich Miller oder Smith hie\u00df &#8211; eigentlich also nichts Neues. Viel spannender war da doch, was die neue Religion zu bieten hatte.<br \/>\n\u201eAlso, das tut er bestimmt, wenn ich euch beide so ansehe. Wer mitten in der Wildnis \u00fcber nichts anderes reden will als \u00fcber Gott, dem ist er zweifellos erschienen!\u201c knurrte er. B\u00e4rdel sah ihn b\u00f6se an, aber die beiden jungen M\u00e4nner strahlten Kulle an, als sei er der Weihnachtsmann. \u201eNa, dann erz\u00e4hlt mal &#8211; wie ist die Kosten-Nutzen-Relation?\u201c<br \/>\nB\u00e4rdel f\u00fchlte sich gen\u00f6tigt zu \u00fcbersetzen, als er die Verwirrung der Autofahrer bemerkte. \u201eMein Freund m\u00f6chte gerne wissen, was der Gott, an den ihr glaubt, von seinen Dienern verlangt und wie er ihren Dienst belohnt. Mich interessiert das nat\u00fcrlich ebenfalls\u201c, f\u00fcgte er h\u00f6flich hinzu.<br \/>\nJetzt waren die beiden jungen M\u00e4nner nicht mehr zu halten. Sie stiegen aus ihrem Auto, federnd und energiegeladen, kamen auf B\u00e4rdel und Kulle zu, legten ihnen jeweils einen Arm \u00fcber die Schulter und \u00fcbertrumpften sich wechselseitig mit ihren Erkl\u00e4rungen.<br \/>\n\u201eErrichtung des Gottesreiches in Amerika&#8230;\u201c<br \/>\n\u201eEwiges Leben im Himmel, in der Anwesenheit Gottes, mit eurer gesamten Familie&#8230;\u201c<br \/>\n\u201e&#8230;also mit allen Generationen&#8230;\u201c<br \/>\n\u201e&#8230;selbstverst\u00e4ndlich ewige Fortf\u00fchrung der Ehe&#8230;\u201c<br \/>\n\u201eEin gl\u00fcckliches, drogenfreies Leben auf dieser Erde&#8230;\u201c<br \/>\n\u201eEin irdisches Leben ohne \u00fcberfl\u00fcssige Zweifel, denn wir gehorchen der Obrigkeit und dem Gesetz&#8230;\u201c<br \/>\n\u201eBeistand von geschulten Br\u00fcdern und Schwestern bei allen Problemen, mindestens einmal monatlich&#8230;\u201c<br \/>\nDas verbale Trommelfeuer der beiden wollte zun\u00e4chst gar nicht wieder aufh\u00f6ren, aber endlich verebbte ihr Redeflu\u00df.<br \/>\n\u201eDas alles und noch mehr gibt es nur f\u00fcr den Zehnten\u201c, sagte schlie\u00dflich Fahrer. \u201eUnd ein bi\u00dfchen Engagement\u201c, f\u00fcgte Beifahrer hinzu. Sie schauten B\u00e4rdel und Kulle erwartungsvoll an.<br \/>\nKulle suchte den Blickkontakt mit B\u00e4rdel, und B\u00e4rdel nickte. Kulle hatte freie Bahn. B\u00e4rdel sah aus, als freute er sich kr\u00e4ftig auf ein ordentliches show-down, aber Kulle entt\u00e4uschte ihn.<br \/>\n\u201eHmhm\u201c, machte er. \u201eWir sollten jetzt mal alle kr\u00e4ftig anfassen, den platten Reifen wechseln und euer Auto umdrehen, damit ihr wenigstens bergab rollen k\u00f6nnt und wieder zu euren Leuten kommt. Die Bremsen sind doch in Ordnung, oder?\u201c<br \/>\nDie beiden M\u00e4nner schwankten eine Weile zwischen dem Wunsch nach der Fortsetzung ihres theologischen Gespr\u00e4chs und der vorgeschlagenen Rettungsma\u00dfnahme hin und her, entschieden sich schlie\u00dflich jedoch f\u00fcr Kulles Vorschlag. Als ihr Auto nach einer arbeitsamen Weile mit der Nase bergab zeigte, stiegen sie ein, bedankten sich, versprachen wiederzukommen, schalteten die Z\u00fcndung ein, l\u00f6sten die Bremse und legten den Leerlauf ein. Langsam, dann rascher begannen sie zu rollen. Bevor sie hinter der ersten Kurve verschwanden, leuchteten die Bremslichter auf.<br \/>\nB\u00e4rdel grinste Kulle an. \u201eDas waren \u00fcbrigens<br \/>\n<a>LDS<\/a>\u201c, informierte er ihn. \u201eIch habe sie sofort erkannt, denn Ramses hat mir inzwischen einiges \u00fcber sie erz\u00e4hlt. Deshalb dachte ich, da\u00df ich sie dir bei dieser g\u00fcnstigen Gelegenheit gleich live vorf\u00fchren sollte. Aber sag mal \u2013 seit wann bist du denn gegen\u00fcber religi\u00f6sen Eiferern so nachsichtig, da\u00df du auch noch daf\u00fcr sorgst, da\u00df sie sicher nach Hause kommen?\u201c<br \/>\n\u201eNachsichtig?\u201c knurrte Kulle. \u201eBin ich das? Ihre \u00d6lwanne ist leer, also k\u00f6nnen sie den Motor nicht anlassen. Der w\u00fcrde sich sofort festfressen. Ohne Motor haben sie keine Bremskraftverst\u00e4rkung. Auch als LDS-Mitglied sollte man solche simpelsten technischen Sachverhalte kennen. Wenn sie heil unten ankommen wollen, dann brauchen sie also entweder kr\u00e4ftige Muskeln oder einen kr\u00e4ftigen Gott. Haben sie eins von beiden oder beides, dann w\u00fcnsche ich ihnen ein gl\u00fcckliches drogenfreies Leben unter irgendeinem grausamen, aber selbstverst\u00e4ndlich von Gott eingesetzten Diktator. Und wenn ihnen beides fehlt, ist das auch nicht schlimm, denn es erwartet sie ein nicht endendes Leben mit ihrer lieben Familie in Gottes Reich.\u201c<br \/>\n\u201eUm Gottes willen!\u201c fl\u00fcsterte B\u00e4rdel entgeistert.<br \/>\n\u201eNun fang du nicht auch noch so an!\u201c fauchte Kulle. \u201eDes Menschen Wille ist sein Himmelreich, erstens. Wir k\u00f6nnen solche Typen hier oben nicht brauchen, zweitens. Und jetzt ist es Zeit zum Fr\u00fchst\u00fccken.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Morgenspaziergang Auch in der neuen Welt wollten die \u00dcbersiedler selbstverst\u00e4ndlich nicht auf lieb gewordene Gewohnheiten verzichten &#8211; schlie\u00dflich waren sie konservative Europ\u00e4er. So hatten B\u00e4rdel und Kulle ihre morgendlichen Spazierg\u00e4nge wieder aufgenommen, sobald Kulles Pfoten verheilt waren (vergleiche: &#8222;Der erste Tag&#8222;). Anders als in B\u00e4renleben aber bestand B\u00e4rdel darauf, in Kulles N\u00e4he zu bleiben \u2013&hellip; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/2000\/05\/morgenspaziergang\/\"><span class=\"screen-reader-text\">Morgenspaziergang<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_crdt_document":"","footnotes":""},"categories":[10,4],"tags":[],"class_list":["post-422","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-baerdel","category-baerdel2","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/422","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=422"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/422\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":555,"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/422\/revisions\/555"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=422"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=422"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=422"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}