{"id":380,"date":"1999-10-11T15:18:54","date_gmt":"1999-10-11T13:18:54","guid":{"rendered":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/?p=380"},"modified":"2017-03-11T15:23:26","modified_gmt":"2017-03-11T13:23:26","slug":"ausbeutung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/1999\/10\/ausbeutung\/","title":{"rendered":"Ausbeutung"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: center;\">\n<h1>Einige Bemerkungen zur Entwicklung der Ausbeutung vor unserer Zeitrechnung<\/h1>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: center;\">\n<h2>von P. D. Kulle<\/h2>\n<\/div>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.baerdel.de\/baerdel\/kulle7.jpg\" alt=\"Kulle\" width=\"480\" height=\"360\" align=\"left\" \/><\/p>\n<div style=\"text-align: center;\">\n<h3>Inhalt<\/h3>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li type=\"I\"><a href=\"#vorbe\">Pers\u00f6nliche Vorbemerkung<\/a><\/li>\n<li type=\"I\"><a href=\"#ausbeut\">Der Begriff der Ausbeutung<\/a><\/li>\n<li type=\"I\"><a href=\"#klasse\">Die Klassengesellschaft<\/a><\/li>\n<li value=\"1\" type=\"a\"><a href=\"#klasse\">Entstehung<\/a><\/li>\n<li type=\"a\"><a href=\"#klasse2\">Ma\u00dfnahmen zu ihrem Erhalt<\/a><\/li>\n<li value=\"4\" type=\"I\"><a href=\"#slave\">Die Sklavenhaltergesellschaft<\/a><\/li>\n<li type=\"I\"><a href=\"#oops\">Intellektueller Reflex<\/a><\/li>\n<li type=\"I\"><a href=\"#conclusio\">Conclusio<\/a><\/li>\n<li type=\"I\"><a href=\"#aus\">Pers\u00f6nliche Nachbemerkung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p><b>I. <a name=\"vorbe\"><\/a> Pers\u00f6nliche Vorbemerkung<\/b><\/p>\n<p>Wir, also ich und meine Sekret\u00e4rin, werden uns bem\u00fchen, meine Forschungsergebnisse in Bezug auf menschliches Verhalten in gewohnt pr\u00e4gnanter und pr\u00e4ziser Weise zu Papier zu bringen, obwohl der Verfasser unter einer tiefen Depression leidet. Dieser Gem\u00fctszustand resultiert aus der Erkenntnis, dass vermutlich<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote1\">1<\/a><\/sup><\/span> Ausbeutung keine notwendige, sondern eine Gl\u00fcck<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote2\">2<\/a><\/sup><\/span> retardierende Bedingung menschlichen Zusammenlebens ist und dass Alternativen zur Ausbeutung des Menschen durch den Menschen existieren, dass das Wissen darum in der Geschichte dieser Spezies aber immer nur kurzfristig aufblitzte und gegenw\u00e4rtig praktisch nonexistent ist.<br \/>\nDiese Depression hat auch zur Folge, dass wir uns trotz gro\u00dfer Bedenken entschlossen haben, den Gegenstandsbereich unserer Untersuchungen mit R\u00fccksicht auf unsere begrenzten Kr\u00e4fte unzul\u00e4ssig einzuengen und auf Europa und dessen n\u00e4heres Umfeld zu beschr\u00e4nken<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote3\">3<\/a><\/sup><\/span>. Dagegen betrachten wir es als legitim, unsere Forschungen auf den Zeitraum zu beschr\u00e4nken, den meine abendl\u00e4ndischen menschlichern Historikerkollegen gemeinhin als \u201evor Christus\u201c bezeichnen. In den f\u00fcr unser Thema relevanten ann\u00e4hernd drei Jahrtausenden vor der Hinrichtung jenes Handwerkersohnes, der nicht zuletzt deshalb sterben musste, weil ihm Besitz und Kirchenfr\u00f6mmigkeit verabscheuensw\u00fcrdig waren, ist alles Entscheidende geschehen. Unserem psychischen Zustand ist die Trag\u00f6die gem\u00e4\u00df, nicht die Farce.<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote4\">4<\/a><\/sup><\/span><\/p>\n<p><b>II. <a name=\"ausbeut\"><\/a>Der Begriff der Ausbeutung<\/b><\/p>\n<p>Trotz meiner hohen Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die Forschungsergebnisse des Kollegen Marx definiere ich \u201eAusbeutung\u201c nicht als Resultat eines Prozesses, der die private Aneignung der materiellen Differenz von Gebrauchswert und Tauschwert der Ware Arbeitskraft beinhaltet, sondern als Aneignung der Arbeitsergebnisse anderer qua materieller Macht.<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote5\">5<\/a><\/sup><\/span><\/p>\n<p><b>III. <a name=\"klasse\"><\/a>Die Klassengesellschaft<br \/>\na. Entstehung<\/b><\/p>\n<p>Die Klassenspaltung einer Gesellschaft ist nur m\u00f6glich in einer sogenannten Hochkultur.<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote6\">6<\/a><\/sup><\/span> Ihre Teilung in Besitzende und Nichtbesitzende ist sowohl notwendige als auch hinreichende Bedingung der Ausbeutung, macht sie doch die Nichtbesitzenden davon abh\u00e4ngig, dass die Besitzenden ihrer bed\u00fcrfen.<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote7\">7<\/a><\/sup><\/span><br \/>\nIn Stadtstaaten wie Ur, Uruk, Lagasch, Nippur und Kisch in Mesopotamien verzeichnen wir bereits im Jahr 2733 vor \u201eunserer\u201c &#8211; i.e. der menschlichen &#8211; Zeitrechnung<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote8\">8<\/a><\/sup><\/span> erstes Privateigentum<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote9\">9<\/a><\/sup><\/span>. 62 Jahre sp\u00e4ter ist im gesamten Zweistromland alles noch existierende Gemeineigentum privatisiert.<br \/>\nIn \u00c4gypten ist eine parallele Entwicklung nur wenig sp\u00e4ter zu beobachten: 2606 tritt Privateigentum an Grund und Boden an die Stelle des bisherigen \u201eallen gemeinsamen K\u00f6nigsgutes\u201c. In sp\u00e4teren \u00dcberlieferungen, z. B. aus Israel oder Griechenland, ist von Gemeineigentum schon gar nicht mehr die Rede.<br \/>\nEigentumsverh\u00e4ltnisse erfordern juristische Verh\u00e4ltnisse, die ihnen entsprechen \u2013 es ist also nur logisch, dass weitere 50 Jahre danach, 2621, das Privateigentum in Mesopotamien f\u00fcr unantastbar und heilig<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote10\">10<\/a><\/sup><\/span> erkl\u00e4rt wird.<br \/>\nVon solchen Entwicklungen profitieren Gro\u00dfgrundbesitzer, H\u00e4ndler, das Priestertum und das K\u00f6nigshaus \u2013 in der Regel in Personalunion.<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote11\">11<\/a><\/sup><\/span> Da wir unsere Leser nicht unterfordern wollen, ersparen wir uns zu erkl\u00e4ren, wer darunter leidet.<\/p>\n<p><b>b. <a name=\"klasse2\"><\/a>Ma\u00dfnahmen zu ihrem Erhalt<\/b><br \/>\nIn einer sozial gespaltenen Gesellschaft ist Appeasementpolitik notwendig. So werden zum Zwecke des Verbraucherschutzes z. B. in Mesopotamien 2580 f\u00fcr Kupfer, Wolle, Korn und \u00d6l H\u00f6chstpreise festgesetzt, 2379 wird ein H\u00f6chstzins festgelegt \u2013 20% f\u00fcr Silber, 33% f\u00fcr Waren -; und 2365 werden die Begr\u00e4bniskosten um 80% gesenkt. In Athen sorgt Solon um 550 f\u00fcr einen allgemeinen Schuldenerlass, durch den viele Bauern aus Schuldknechtschaft und H\u00f6rigkeit befreit werden.<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote12\">12<\/a><\/sup><\/span><br \/>\nDie folgenden Beispiele zeigen jedoch, dass die herrschende Klasse keinen Spa\u00df kennt, wenn es nicht nur um Peanuts,<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote13\">13<\/a><\/sup><\/span> sondern um ihr Eigentum geht: K\u00f6nig Agias von Sparta wird 240 wegen seiner radikalen Bodenreformen von den Ephoren erw\u00fcrgt; Tiberius Gracchus wird 133 mit 200 Anh\u00e4ngern ermordet, weil er<b> <\/b>mit einer Bodenreform versuchte, die verarmte und entrechtete Landbev\u00f6lkerung wieder zum Tr\u00e4ger des Staates zu machen. \u00c4hnlich liegt der Fall des Katilina, der als Politiker Bodenreform und Schuldenerlass anstrebte, bei Wahlen unterlag, den Aufstand probte und 62 mit seinen Verb\u00fcndeten dabei ums Leben kam. Die Liste ist verl\u00e4ngerbar.<br \/>\nAuch ben\u00f6tigt eine solche Gesellschaft ein Straf- und Zivilrecht, das von den herrschenden Rechts- und Besitzverh\u00e4ltnissen ausgeht und bei den Beherrschten nicht etwa ketzerische Gedanken aufkommen l\u00e4sst wie Konnotationen von Eigentum und Diebstahl.<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote14\">14<\/a><\/sup><\/span> Dergleichen besorgte schon fr\u00fchzeitig bekannterma\u00dfen Hammurabi (1760 \u2013 1686), Kaiser von Assyrien, aber vor ihm vermutlich viele andere Herrscher. \u00c4hnlich wie Uru-Kagina<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote15\">15<\/a><\/sup><\/span> 2363 publizierte er seine Gesetze nicht als Produkte menschlichen Willens, sondern als g\u00f6ttliches Gebot, um ihnen mehr Gewicht zu verschaffen.<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote16\">16<\/a><\/sup><\/span><\/p>\n<p><b>IV. <a name=\"slave\"><\/a>Die Sklavenhaltergesellschaft<br \/>\n<\/b><\/p>\n<p>Die Einf\u00fchrung der Sklaverei in einer Klassengesellschaft ist der zweite Schritt zum Untergang des Gemeinwesens, besagt sie doch, dass die Besitzenden der \u201efreien\u201c Nichtbesitzenden nicht mehr bzw. immer weniger bed\u00fcrfen. Sklaverei stellt also Sprengstoff im doppelten Sinne dar: Sie vertieft die soziale Spaltung der Gesellschaft, und die hohe Zahl der Sklaven mit ihrem Potenzial zum Widerstand bedroht die Gesellschaft insgesamt.<br \/>\nSklaverei entwickelt sich in der Antike schnell \u2013 so umfasst die Mitgift der Mitanni-Prinzession Gilu in Mesopotamien im Jahre 1403 317 Sklavinnen<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote17\">17<\/a><\/sup><\/span>. Wenige Jahrhunderte sp\u00e4ter ist der Zerfall der Gesellschaft nicht mehr aufzuhalten; er ist bedingt durch das schnelle Anwachsen der Zahl der Sklaven.<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote18\">18<\/a><\/sup><\/span><br \/>\nEine nur geringe Rolle spielt die Sklaverei in \u00c4gypten und Israel, obwohl wir uns des Eindrucks nicht erwehren k\u00f6nnen, dass die Geschichtsschreibung die tats\u00e4chlichen Gesellschaftsverh\u00e4ltnisse nicht immer zureichend wiedergibt. W\u00e4hrend zum Beispiel israelitische \u00dcberlieferungen<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote19\">19<\/a><\/sup><\/span> voll sind mit Schilderungen von der qualvollen \u201eBabylonischen Gefangenschaft\u201c des j\u00fcdischen Volkes, wird der Tatsache, dass eben diese Gefangenen, 42000 K\u00f6pfe stark, bei ihrer R\u00fcckkehr aus der Gefangenschaft im Jahre 537 7500 eigene Sklaven mitbrachten, in der Regel h\u00f6chstens eine Fu\u00dfnote gewidmet.<br \/>\nEindeutig gravierend stellt sich das Problem der Sklaverei in Griechenland dar. Die Bedeutung der Sklavenfrage l\u00e4sst sich unter anderem an wiederholten Bem\u00fchungen zu ihrer L\u00f6sung erkennen, vorrangig an den Versuchen, die Zahl der Sklaven zu begrenzen. So wird bereits 588 in Korinth die Anschaffung von weiteren Sklaven verboten, und 509 erhalten in Athen zahlreiche Sklaven Freiheit und B\u00fcrgerrecht. Diese Ma\u00dfnahmen verm\u00f6gen jedoch nicht zu verhindern, dass 450 in Korinth die Zahl der Sklaven die der freien B\u00fcrger \u00fcbersteigt. 377 kommen in Athen zehn Sklaven auf einen B\u00fcrger.<br \/>\nAngesichts dieser Zahlen l\u00f6st es Erstaunen aus, dass die Sklaverei keine Erosion der griechischen Poleis<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote20\">20<\/a><\/sup><\/span> bewirkt hat. Die Annalen verzeichnen lediglich einen erfolglosen Sklavenaufstand (494) und die Flucht von 20000 Sklaven aus Athen (413). Erlaubt sei jedoch die Vermutung, dass der der griechischen Gesellschaft inh\u00e4rente Sprengstoff sehr wohl explodiert w\u00e4re, wenn nicht ein Dritter vorher die Zerst\u00f6rung \u00fcbernommen h\u00e4tte: das R\u00f6mische Imperium.<br \/>\nObwohl erst im Jahre 140 die Zahl der Sklaven die der Freien im R\u00f6mischen Reich \u00fcbersteigt, kommt es lange vorher zu Sklavenerhebungen. Schon 419 scheitert in Rom ein Sklavenaufstand; 198-196<b> <\/b>vereinigen sich Sklaven in mehreren Teilen Italiens (Latium, Etrurien) zu aussichtslosen Freiheitsk\u00e4mpfen, 185 wird eine Erhebung in Apulien niedergeschlagen. Sucht man nach Gr\u00fcnden f\u00fcr dieses verzweifelte Aufbegehren einer schlecht ausger\u00fcsteten Minderheit, so empfiehlt sich ein Blick in eines der Werke Catos des \u00c4lteren (234 \u2013 149), \u201e\u00dcber den Landbau\u201c. Darin gibt er Ratschl\u00e4ge f\u00fcr Gutsherren und empfiehlt die r\u00fccksichtslose Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft als wichtige Voraussetzung f\u00fcr Rentabilit\u00e4t.<br \/>\nErnster wird der Fortbestand des r\u00f6mischen Staates zwischen 136 und 71 gef\u00e4hrdet. Wiederholt ersch\u00fcttern Aufst\u00e4nde das Reich, nicht nur im italischen Kernland, sondern auch in den Kolonien, und die Aufst\u00e4ndischen sind nicht nur Sklaven, sondern auch Proletarier, die sich zu Hunderttausenden vereinen und zum Teil jahrelang gro\u00dfe Gebiete kontrollieren. Angesichts exzessiven Gro\u00dfgrundbesitzes und in Anbetracht riesiger Mengen importierten Getreides aus den Kolonien zum Nulltarif bleibt der Plebs ebenso wie den Sklaven nichts anderes als die Vision einer anderen Gemeinschaft. Aber eben daran, an der mangelnden Vision, scheitern diese Erhebungen; eben deshalb ist es den r\u00f6mischen Heeren m\u00f6glich, selbst einen Aufstand wie den des Spartakus ohne Probleme zu beenden.<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote21\">21<\/a><\/sup><\/span><\/p>\n<p><b> V.<a name=\"oops\"><\/a> Intellektueller Reflex<\/b><\/p>\n<p>\u201eDie Vornehmen sind voll Klagen und die Geringen voll Freude. Gold und Lapislazuli sind um den Hals der Sklavinnen geh\u00e4ngt und die einstigen Herren verrichten niederste Sklavenarbeit. Der Reiche schl\u00e4ft durstig, und wer ihn sonst um die Neige bat, trinkt jetzt starkes Bier. Diejenigen, die fr\u00fcher Gew\u00e4nder besa\u00dfen, sind jetzt in Lumpen, die Armen aber besitzen Herrliches. Jede Stadt sagt: Lasst uns die M\u00e4chtigen aus unsrer Mitte vertreiben. Alles dreht sich wie eine T\u00f6pferscheibe.<b>\u201c <\/b>(Ipuwer , 2273 \u2013 2188)<\/p>\n<p>Revolution\u00e4re Werke wie das des \u00e4gyptischen Dichters Ipuwer sind selten. Wesentlich h\u00e4ufiger sind Klagen \u00fcber die herrschenden Zust\u00e4nde.<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote22\">22<\/a><\/sup><\/span> Diesen Texten ist jedoch gemeinsam, dass sie Werke der Literatur sind.<br \/>\nDichter bzw. Schriftsteller als Gesellschaftskritiker sind ebenso f\u00fcr das \u00e4gyptische Reich wie auch f\u00fcr das fr\u00fche Griechenland typisch. Wir erw\u00e4hnen hier nur Hesiod (753 \u2013 680), der als erster Dichter Griechenlands die bedr\u00fcckte Lage der verarmten Bauernschaft thematisiert, Archilochos (705 \u2013 637), Sohn eines Sklaven, der die Klassenteilung der Gesellschaft anklagt und \u2013 welch k\u00fchner Gedanke \u2013 die Forderung nach freier Entfaltung der Pers\u00f6nlichkeit erhebt, und schlie\u00dflich \u00c4sop (636 \u2013 564), der sich in zahlreichen Fabeln f\u00fcr die Rechte der Armen einsetzt.<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote23\">23<\/a><\/sup><\/span><br \/>\nIn den griechischen Stadtstaaten werden die gesellschaftskritischen Dichter bald von anderen Intellektuellen abgel\u00f6st: den Philosophen. Anthistenes, Phaleas, Plato, Diogenes, Zeno, Euhemeros, Dik\u00e4arch und Chrysipp \u2013 welche eine illustre Reihe von Denkern vom 5. bis zum 3. Jahrhundert, welche eine F\u00fclle von Ideen! Da stellt Dik\u00e4arch fest, dass die Existenz von Privateigentum einen Abfall vom Naturgesetz bedeute, und Plato kommt zu dem Schluss, Klassengegens\u00e4tze und Privatbesitz seien die Ursachen f\u00fcr die Fehler einzelner wie auch der Gemeinschaft. Besitz und Genuss, erg\u00e4nzt Anthistenes, seien die Haupt\u00fcbel der Menschheit. Aus der Kritik erwachsen produktive Forderungen: Notwendig seien die Ver\u00e4nderung der Besitzverh\u00e4ltnisse (Phaleas) und G\u00fctergemeinschaft (Diogenes). Ob das neue Gemeinwesen nun die Form eines Inselparadieses (Euhemeros) oder eines Weltreiches (Zeno, Chrysipp) annehmen soll \u2013 kommunistische Eigentumsverh\u00e4ltnisse und selbst-bewusste Menschen<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote24\">24<\/a><\/sup><\/span> sind allen Utopien gemeinsam.<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote25\">25<\/a><\/sup><\/span><br \/>\nEine v\u00f6llig andere Quelle der Gesellschaftskritik finden wir in Israel vor. Ahia, Elias, Elisa, Amos, Jesaja, Hesekiel \u2013 hier sind es die Propheten, die sich gegen die Reichen aussprechen und f\u00fcr die Rechte der Armen eintreten. Nat\u00fcrlich haben die oben Genannten einen deutlich engeren Denkhorizont als die griechischen Philosophen, die, wie z. B. Euphemeros, G\u00f6tter als idealisierte Menschengestalten deuten. Die Propheten sind gefangen in der \u00dcberzeugung, einem Gott zu dienen, der exklusiv ein Volk, n\u00e4mlich das, dem sie angeh\u00f6ren, als das seine auserw\u00e4hlt hat, und betrachten es als ihre Aufgabe, dem Volk und dessen Herrschern den Willen dieses Gottes kundzutun. So verk\u00fcndet etwa Amos (802 \u2013 745), Jahwe sei der Herr der Welt und das Volk Israel dazu berufen, seine Herrschaft \u00fcber die Erde zu verbreiten. Gleichzeitig tritt er f\u00fcr die Rechte der Armen ein \u2013 ein wenig einleuchtendes Doppelziel.<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote26\">26<\/a><\/sup><\/span><br \/>\nDichter, Philosophen, Propheten \u2013 vertreten sind damit \u00c4sthetik, Ethik und Religion. Nota bene \u2013 Jahrhunderte lang, Jahrtausende lang treten die intelligentesten Vertreter der Menschheit<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote27\">27<\/a><\/sup><\/span> einer unsinnigen \u00d6konomie auf Ebenen entgegen, die mit ihr nichts, aber auch gar nichts zu tun haben! Der Versuch, Ausbeutern ihr Verhalten mit der Vorhaltung der Menschenrechte auszutreiben, ist eher zum Scheitern verurteilt als Don Quichottes Kampf gegen die bekannten Windm\u00fchlenfl\u00fcgel. Nur eine korrekte wirtschaftswissenschaftliche Argumentation k\u00f6nnte hier Erfolg haben.<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote28\">28<\/a><\/sup><\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.baerdel.de\/baerdel\/kulle6.jpg\" alt=\"Kulle\" width=\"440\" height=\"330\" align=\"left\" \/><\/p>\n<p><b>VI. <a name=\"conclusio\"><\/a>Conclusio<br \/>\n<\/b><br \/>\nWir m\u00fcssen zugegeben, dass wir die Unf\u00e4higkeit menschlicher Kritik nicht beweisen wollten, weil wir sie am Beginn dieser Arbeit noch nicht ins Kalk\u00fcl gezogen haben, dass wir sie aber leider wissenschaftlich korrekt beweisen mussten. Also doch: QED.<\/p>\n<p><b>VII. <a name=\"aus\"><\/a>Pers\u00f6nliche Nachbemerkung<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li type=\"1\">Der Verfasser leidet immer noch unter Depressionen und zus\u00e4tzlich unter \u00dcbelkeit.<\/li>\n<li type=\"1\">Ich danke dem Kollegen Peters f\u00fcr die Zurverf\u00fcgungstellung<span style=\"font-size: xx-small;\"><sup><a href=\"#footnote29\">29<\/a><\/sup><\/span> etlicher Daten und Zusammenh\u00e4nge.<\/li>\n<li type=\"1\">Ich danke, wie immer, meiner Sekret\u00e4rin.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Fu\u00dfnoten:<\/b><\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote1\"><\/a>1 <\/sup> Diese Vermutungen beziehen sich selbstverst\u00e4ndlich auf Menschen. Wir m\u00fcssen zugeben, dass die menschliche Psychobiologie sich dem b\u00e4rischen Verst\u00e4ndnis weitgehend verschlie\u00dft. Allerdings sind wir B\u00e4ren in Hinblick auf unsere eigene mentale Gesundheit f\u00fcr dieses Faktum auch \u00e4u\u00dferst dankbar.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote2\"><\/a>2 <\/sup> Selbstverst\u00e4ndlich ist das b\u00e4rische Interesse an menschlichem Gl\u00fcck marginal. Allerdings verm\u00f6gen wir uns sehr gut vorzustellen, dass gl\u00fcckliche Menschen nicht auf die Idee verfallen, B\u00e4ren zu jagen und zu t\u00f6ten, weil es ihnen Spa\u00df macht.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote3\"><\/a>3 <\/sup> Eine europazentrierte Sicht auf die Weltl\u00e4ufte ist zwar prinzipiell zul\u00e4ssig, sollte jedoch tunlichst unterlassen werden &#8211; die Kolonialgeschichte zeigt, wozu dergleichen f\u00fchrt!<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote4\"><\/a>4 <\/sup> Vgl. dazu meinen gesch\u00e4tzten Kollegen Karl Marx.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote5\"><\/a>5 <\/sup> Mittels der Marx\u2019schen Definition sind z. B. weder die \u00f6konomischen Verh\u00e4ltnisse in der Sklavenhaltergesellschaft noch zahlreiche Erscheinungen der automatisierten Produktion und die Profitmaximierung im terti\u00e4ren und quart\u00e4ren Sektor moderner Industriegesellschaften erkl\u00e4rbar. Genauere Erl\u00e4uterungen hierzu m\u00fcssen einer sp\u00e4teren wissenschaftlichen Arbeit vorbehalten bleiben.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote6\"><\/a>6 <\/sup> Der Begriff der \u201eHochkultur\u201c bezieht sich ausschlie\u00dflich auf von Menschen organisierte Gesellschaften. Er beschreibt \u00f6konomische Beziehungen des ungleichen Austausches, bei denen der wertm\u00e4\u00dfig geringere Teil (z. B. Zauberheilung) als der wertm\u00e4\u00dfig\/ideologisch h\u00f6here betrachtet und h\u00f6her bewertet wird als zum Beispiel die Nahrungsmittelproduktion.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote7\"><\/a>7 <\/sup> Dieses Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis existiert nat\u00fcrlich auch vice versa, wird als solches in der Regel jedoch nicht wahrgenommen.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote8\"><\/a>8 <\/sup> Im Folgenden werden wir in der Regel auf den Zusatz \u201evor unserer Zeitrechnung\u201c verzichten, wenn er selbstverst\u00e4ndlich ist.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote9\"><\/a>9 <\/sup> Mit Privateigentum ist hier selbstredend Privateigentum an Ressourcen gemeint, dessen Nutzung der Allgemeinheit dienlich sein k\u00f6nnte, also im weitesten Sinne an Produktionsmitteln, nicht privater Besitz.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote10\"><\/a>10 <\/sup> Wir werden auch im Folgenden wiederholt feststellen, dass juristische und politische, also weltliche Belange religi\u00f6se Formen annehmen, und dergleichen ist auch im beginnenden 21.<br \/>\nJahrhundert die Regel und mitnichten die Ausnahme. Wir \u00fcberlassen es dem intelligenten Leser, nach geeigneten aktuellen Beispielen zu suchen.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote11\"><\/a>11 <\/sup> So entsteht z. B. 2443 in \u00c4gypten Gro\u00dfgrundbesitz. K\u00f6nig Lugal-Anda von Lagasch (2449 \u2013 2367), selbst Gro\u00dfgrundbesitzer und Gro\u00dfh\u00e4ndler, bedient sich der Priesterschaft, um die Bev\u00f6lkerung effektiver ausbeuten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote12\"><\/a>12 <\/sup> Parallelen zu aktuellen Formen moderner Sozialpolitik sind selbstredend nicht gegeben \u2013 schlie\u00dflich geh\u00f6rt die freie Preisbildung zu den Grundpfeilern der Marktwirtschaft. (Ich glaube, der Chef meint das ironisch. Die Sekret\u00e4rin)<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote13\"><\/a>13 <\/sup> vgl. den Flick-Bestechungsskandal<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote14\"><\/a>14 <\/sup> Vgl. Baboeuf (viel sp\u00e4ter)<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote15\"><\/a>15 <\/sup> 2422 \u2013 2360 K\u00f6nig in Lagasch<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote16\"><\/a>16 <\/sup> vgl. Anmerkung 7<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote17\"><\/a>17 <\/sup> Tats\u00e4chlich spricht die uns vorliegende Quelle nur von weiblichen Sklaven. Der Prinzessin \u2013 wie auch unserer Fantasie \u2013 h\u00e4tte es sicherlich besser gefallen, wenn auch m\u00e4nnliche Sklaven zur Mitgift geh\u00f6rt h\u00e4tten.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote18\"><\/a>18 <\/sup> Dieses urs\u00e4chliche Ph\u00e4nomen des Gesellschaftszerfalls wird uns auch im Folgenden noch begegnen. In Mesopotamien ist es unter dem Kaiser Asurbanipal zu beobachten, dessen \u00fcbrigens lobenswerte bildungspolitische Anstrengungen \u2013 er veranlasste die erste planm\u00e4\u00dfig angelegte Bibliothek der Welt \u2013 die soziale Erosion seines Reiches nicht verhindern konnten.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote19\"><\/a>19 <\/sup> Einschlie\u00dflich des Alten Testaments<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote20\"><\/a>20 <\/sup> Das ist kein Tippfehler, sondern der Plural von Polis. Die Sekret\u00e4rin.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote21\"><\/a>21 <\/sup> Man k\u00f6nnte es allerdings als Problem bezeichnen, dass die Via Appia von S\u00fcditalien bis nach Rom danach im Abstand von 50 Metern von Gekreuzigten ges\u00e4umt war.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote22\"><\/a>22 <\/sup> Vgl. Chun-Anup (2185 \u2013 2123), Klage eines Bauern<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote23\"><\/a>23 <\/sup> Die wissenschaftliche Redlichkeit erheischt es leider, zumindest in einer Fu\u00dfnote Tyrtaios (686 \u2013 613) und Alkaios (639 \u2013 562) zu erw\u00e4hnen, die die Adelsherrschaft preisen und sich gegen jede Beteiligung des Volkes an der Regierung aussprechen.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote24\"><\/a>24 <\/sup> Wir w\u00fcrden an dieser Stelle den Begriff der \u201eallseits entwickelten Pers\u00f6nlichkeit\u201c verwenden, wenn er nicht durch den selbst ernannten \u201ereal existierenden Sozialismus\u201c bis zur Unkenntlichkeit entstellt worden w\u00e4re.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote25\"><\/a>25 <\/sup> In seiner Begeisterung hat der Chef bei diesem Absatz die sonst gewohnte historische Korrektheit mitunter vermissen lassen. Die Sekret\u00e4rin.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote26\"><\/a>26 <\/sup> An dieser Stelle sei die Frage erlaubt, ob Schizophrenie nicht eine notwendige Voraussetzung f\u00fcr die Dienstpostenbeschreibung eines Propheten ist.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote27\"><\/a>27 <\/sup> Selbstverst\u00e4ndlich gibt es dabei mehr als graduelle Unterschiede, vgl. z. B. Anmerkung 26.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote28\"><\/a>28 <\/sup> An diesem Sachverhalt hat sich bis heute kaum etwas ge\u00e4ndert. Der gesch\u00e4tzte Kollege Marx hat sich zwar bem\u00fcht, \u00f6konomischen Entwicklungen mit \u00f6konomischen Argumenten zu begegnen, er hat sich aber leider a) immer wieder von diesem Gegenstand ablenken lassen und ist b) zu fr\u00fch gestorben.<\/p>\n<p><sup><a name=\"footnote29\"><\/a>29 <\/sup> Dem Chef muss es wirklich schlecht gehen \u2013 er l\u00e4sst sich auch mit den besten Argumenten nicht davon abbringen, dieses Wortunget\u00fcm zu benutzen. Die Sekret\u00e4rin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einige Bemerkungen zur Entwicklung der Ausbeutung vor unserer Zeitrechnung von P. D. Kulle Inhalt &nbsp; Pers\u00f6nliche Vorbemerkung Der Begriff der Ausbeutung Die Klassengesellschaft Entstehung Ma\u00dfnahmen zu ihrem Erhalt Die Sklavenhaltergesellschaft Intellektueller Reflex Conclusio Pers\u00f6nliche Nachbemerkung I. Pers\u00f6nliche Vorbemerkung Wir, also ich und meine Sekret\u00e4rin, werden uns bem\u00fchen, meine Forschungsergebnisse in Bezug auf menschliches Verhalten in&hellip; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/1999\/10\/ausbeutung\/\"><span class=\"screen-reader-text\">Ausbeutung<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_crdt_document":"","footnotes":""},"categories":[9,16,8],"tags":[],"class_list":["post-380","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kulle3-2","category-philosophisches","category-kulle3","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/380","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=380"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/380\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":382,"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/380\/revisions\/382"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=380"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=380"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=380"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}