{"id":190,"date":"2017-03-03T12:04:42","date_gmt":"2017-03-03T10:04:42","guid":{"rendered":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/?p=190"},"modified":"2017-03-07T18:59:57","modified_gmt":"2017-03-07T16:59:57","slug":"alternative-fakten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/baerdel.de\/maerchen\/2017\/03\/alternative-fakten\/","title":{"rendered":"Alternative Fakten"},"content":{"rendered":"<p>Ramses der Frosch lehnte gem\u00fctlich am warmen Dorfbackofen von B\u00e4renleben, und Piggy das Schwein sa\u00df ihm gegen\u00fcber. Sie waren eifrig in eine Diskussion \u00fcber die Vor- und Nachteile von Schwimmh\u00e4uten und Hufen vertieft und wurden dabei fast von Nanuk \u00fcberrannt, den Eisb\u00e4renzwillingen.<\/p>\n<div align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.baerdel.de\/baerdel\/ramses2.jpg\" alt=\"Ramses\" width=\"440\" height=\"330\" \/><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.baerdel.de\/baerdel\/schwein.jpg\" alt=\"Piggy\" width=\"341\" height=\"256\" \/><\/div>\n<p>\u201eOh, Entschuldigung, Tante Piggy, Onkel Ramses! Wr konnten weder Onkel Kulle noch Tante Atti finden. D\u00fcrfen wir Euch deshalb etwas fragen?\u201c<\/p>\n<p>Wie so oft sprachen die Zwillinge im Chor.<\/p>\n<div align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.baerdel.de\/baerdel\/nanuk.jpg\" alt=\"Na und Nuk\" width=\"400\" height=\"300\" \/><\/div>\n<p>Piggy verzichtete ebenso wie Ramses darauf, die logische Konnotation des \u201adeshalb\u2018 genauer zu untersuchen, und sagte nur: \u201eKlar.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir m\u00f6chten Euch Fotos zeigen,\u201c erkl\u00e4rte Na. \u201eIhr braucht uns nur zu sagen, was Ihr darauf seht.\u201c<\/p>\n<p>Nuk pr\u00e4sentierte ihnen zwei Aufnahmen, auf denen derselbe gro\u00dfe Platz zu sehen war. Immer waren Menschen darauf versammelt, aber auf dem rechten Foto war der Platz fast voll, auf dem linken nur zu einem Drittel gef\u00fcllt.<\/p>\n<p>\u201eAuf welchem Foto sind mehr Menschen zu sehen?\u201c wollte Nuk wissen.<\/p>\n<p>Ramses beugte sich vor, obwohl er dadurch auf die Ofenw\u00e4rme verzichten musste, lie\u00df sich aber nach einem schnellen Blick wieder zur\u00fcckfallen.<\/p>\n<p>\u201eWas f\u00fcr einen dumme Frage!\u201c grummelte er. \u201eAuf dem rechten nat\u00fcrlich!\u201c<\/p>\n<p>\u201eFalsch!\u201c sagten Nanuk, wieder wie aus einem Munde.<\/p>\n<p>\u201eWollt Ihr mich ver\u2026, \u00e4h, wollt Ihr mich auf den Arm nehmen? Das sieht doch sogar jedes S\u00e4ugetierauge, auf welchem Platz sich mehr Menschen aufhalten!\u201c<\/p>\n<p>\u201eEntschuldigung, Onkel Ramses, aber Du hast Unrecht. Heute akzeptiert man alternative Fakten, und das tust Du nicht. Auf dem linken Foto sind mehr Menschen! Kannst Du das Gegenteil beweisen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eKlar,\u201c antwortete Ramses siegessicher. Wir fragen Piggy, wer Recht hat.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wenn Piggy sagt, dass Du Recht hast, steht es zwei zu zwei. Das beweist also gar nichts!\u201c<\/p>\n<p>Aber\u2026\u201c stammelte Ramses.<\/p>\n<p>\u201eGenau darum geht es, Onkel Ramses! Wenn denkende Wesen sich weigern, intersubjektiv \u00fcberpr\u00fcfbare Fakten als Fakten anzuerkennen, und stattdessen darauf beharren, dass eine falsche, eine sogenannte \u201aalternative\u2018 Sicht der Dinge nicht nur m\u00f6glich, sondern auch richtig ist, \u201aauch\u2018 richtig, versteht sich, dann ist alles falsch, was wir von Tante Atti und und Onkel Kulle gelernt haben. Deshalb suchen wir sie. Helft Ihr uns dabei?\u201c<\/p>\n<p>\u201eGanz gewiss!\u201c quiekte Piggy.<\/p>\n<p>\u201eAber sicher!\u201c quakte Ramses.<\/p>\n<p>\u201eGanz gewiss! Aber sicher!\u201c<\/p>\n<p>Ramses h\u00fcpfte zur Dorfbibliothek, denn er hoffte, Kulle dort zu finden. Er selbst hielt sich in letzter Zeit dort h\u00e4ufiger auf, hatte er doch ein Buch entdeckt, das ihm gro\u00dfes Vergn\u00fcgen bereitete (<span style=\"font-size: 70%;\">Bernd H\u00fcppauf, Vom Frosch. Eine Kulturgeschichte zwischen Tierphilosophie und \u00d6kologie. Bielefeld 2011<\/span>). Aber w\u00e4hrend er sich auf den einen Titel beschr\u00e4nkte, w\u00fchlte Kulle sich durch alle m\u00f6glichen B\u00e4nde.<\/p>\n<div align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.baerdel.de\/baerdel\/kulleliest.jpg\" alt=\"Kulle liest\" width=\"600\" height=\"450\" \/><\/div>\n<p>\u201eSchwieriges Thema,\u201c brummte Kulle, nachdem Ramses ihm das Problem, das Nanuk bewegte, dargelegt hatte. \u201eHabe ich schon lange auf der Agenda, wusste aber nicht so recht, wie ich es anfassen sollte. Wei\u00df ich immer noch nicht. Auf jeden Fall aber brauche ich die Hilfe von Manfred.\u201c<\/p>\n<p>Wie immer verbreitete sich in B\u00e4renleben ein Ger\u00fccht mit Windeseile. Als es dunkel wurde, meinten alle zu wissen: Heute w\u00fcrde es einen spannenden H\u00f6hlenabend geben. Ganz besonders aufgeregt waren nat\u00fcrlich Na und Nuk.<\/p>\n<p>Nach der Begr\u00fc\u00dfung forderte B\u00e4rdel alle Versammelten auf, ihre Smartphones zu holen, was zu unruhigem Gemurmel f\u00fchrte. Technische Ger\u00e4te waren bei den t\u00e4glichen Treffen am Abend n\u00e4mlich verp\u00f6nt.<\/p>\n<p>\u201eDas ist schon in Ordnung!\u201c beruhigte B\u00e4rdel. \u201eWir werden heute ein kleines Experiment machen.\u201c<\/p>\n<p>Als die B\u00e4renlebener wieder vollz\u00e4hlig waren, wurden sie aufgefordert, ihre Social-Media-Accounts zu aktivieren. Alle taten brav, was sie tun sollten, bis auf den sehr alten B\u00e4ren. Der hatte kein Handy in der Tatze und schaute drein, als w\u00fcsste er nicht, was um ihn herum passierte. Die alte B\u00e4rin neben ihm knuffte ihn in die Seite: \u201eHe, bist Du etwa nicht bei Facebook?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch bin immer bei mir selbst,\u201c brummte der Alte zur\u00fcck. \u201eWas f\u00fcr ein Buch soll das denn sein?\u201c<\/p>\n<p>Seine Nachbarin gab den hoffnungslosen Fall auf und konzentrierte sich auf ihren Account.<\/p>\n<p>Sie sah ein Video, in dem Menschen sehr verschiedene Alters in einem Mehrgenerationenhaus harmonisch zusammenlebten.<\/p>\n<p>Auch alle anderen B\u00e4ren bekamen Videos vorgespielt, aber jeder sah ein anderes.<\/p>\n<ul>\n<li>Menschen lebten in Patchworkfamilien harmonisch zusammen.<\/li>\n<li>Lesbische Paare und promiske Schwule lebten harmonisch zusammen.<\/li>\n<li>Kinderlose Akademiker waren gl\u00fccklich und lebten harmonisch zusammen.<\/li>\n<li>Ein wei\u00dfes Ehepaar mit vielen Kindern bildete eine gl\u00fcckliche gro\u00dfe Familie.<\/li>\n<li>Zwei Partner mit sehr unterschiedlichem Migrationshintergrund lebten harmonisch zusammen.<\/li>\n<li>Partner adoptierten Kinder und waren gl\u00fccklich.<\/li>\n<li>Paare heirateten kirchlich.<\/li>\n<li>Paare heirateten standesamtlich.<\/li>\n<li>Paare heirateten gar nicht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aber am Ende aller Videos tauchte derselbe Schriftzug auf:<b> \u201aLeben, wie wir wollen. Unsere SPD\u2018<\/b>.<\/p>\n<p>\u201eGute Werbung!\u201c<\/p>\n<p>\u201eGenau so w\u00fcnsche ich mir das!\u201c<\/p>\n<p>\u201eAch, das w\u00e4re sch\u00f6n!\u201c<\/p>\n<p>Aber in das anerkennende Gemurmel mischte sich die Greisenstimme des sehr alten B\u00e4ren, der laut kritisierte, dass er kein Video zu sehen bekommen hatte, in dem der Familienvater uneingeschr\u00e4nkt \u00fcber Frau und Kinder herrschte. Er hatte seiner Nachbarin \u00fcber die Schulter geschaut.<\/p>\n<p>\u201eLauter zufriedene B\u00e4ren und nur ein unzufriedener \u2013 wie ist das zu erkl\u00e4ren?\u201c Manfred hatte sich zu Wort gemeldet.<\/p>\n<div align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.baerdel.de\/baerdel\/manf.jpg\" alt=\"Manfred\" width=\"400\" height=\"300\" \/><\/div>\n<p>\u201eKann die SPD Gedanken lesen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie kennen uns vielleicht!\u201c<\/p>\n<p>\u201eQuatsch, uns \u2013 wir sind doch ganz verschieden!\u201c<\/p>\n<p>\u201eKann es sein, dass die jeden einzelnen von uns kennen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas glaube ich nicht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas ist unm\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein, das ist nicht unm\u00f6glich,\u201c mischte sich Manfred in die Diskussion ein. \u201eNur einer von Euch ist unzufrieden, und der ist nicht bei Facebook \u2013 d\u00e4mmert es?\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber Facebook kennt mich doch nicht\u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eFacebook kennt aber Deine Vorlieben. Es hat sich gemerkt, dass Du dauernd Fotos von s\u00fc\u00dfen kleinen Kindern postest. Oder dass Du erotische Fotos von Dir postest. Es wei\u00df, welche Parfums du magst und wie Du Dich kleidest. Es merkt sich Deine Likes. Es merkt sich alles, was mit Dir zu tun hat, und erstellt so ein Pers\u00f6nlichkeitsprofil. Ein solches Profil kann benutzt werden, um Dich zu beeinflussen, indem eine politische Partei im Wahlkampf zum Beispiel so tut, als verfolge sie genau die Ziele, die Du gut findest.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch k\u00fcndige meinen Facebook-Account!\u201c<\/p>\n<p>\u201eNa und? Facebook vergisst nichts.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch bin aber doch nicht bei Facebook, sondern bei WhatsApp!\u201c<\/p>\n<p>\u201eHa, ha, ha \u2013 WhatsApp geh\u00f6rt Mark Zuckerberg!\u201c<\/p>\n<p>\u201eOhhh\u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie sogenannten sozialen Medien haben im letzten Pr\u00e4sidentenwahlkampf in den USA eine gro\u00dfe Rolle gespielt,\u201c meldete Kulle sich zu Wort. \u201eDie Firma Cambridge Analytica, in deren Vorstand Steve Bannon war, hat die US-Bev\u00f6lkerung in 32 Pers\u00f6nlichkeitstypen unterteilt und dementsprechend differenzierte Botschaften geschickt, vor allem via Facebook. Dabei ging es nicht nur darum, Trump-W\u00e4hler zu gewinnen, sondern auch darum, Clinton-W\u00e4hler von der Teilnahme an der Wahl abzuhalten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas habe ich verstanden, Onkel Kulle.\u201c Wie so oft wagte sich Na vor. \u201eDas ist Manipulation: Man sagt jedem, was er h\u00f6ren will. Aber das erkl\u00e4rt noch nicht, warum Menschen sich weigern, das Offensichtliche zur Kenntnis zu nehmen. Wenn auf einem Platz einmal mehr und einmal weniger Menschen versammelt sind und wenn es von diesen Versammlungen Fotos gibt, dann sollte doch klar sein, was wahr ist!\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa, das sollte es!\u201c seufzte Kulle. \u201eAber hier kommen wir zum Widerspruch von Erkenntnis und Interesse. Die Menschen \u2013 auch die Intellektuellen, ja, leider auch die intellektuellen B\u00e4ren, suchen die Informationen, die in ihr Weltbild passen, und ignorieren die unpassenden. Ich wei\u00df, warum ich die Schriften von Karl Marx studiere und die Werke von Oswald Spengler mit Verachtung strafe. Ich bitte, mir weitere Beispiele zu ersparen.<\/p>\n<p>Wenn dieser Mechanismus schon in den Studien greift, so um so mehr in der Politik, handelt es sich hier doch um reinstes Interesse. Es geht nicht darum, was richtig ist, sondern was mir subjektiv \u2013 und manchmal auch objektiv \u2013 n\u00fctzt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eGenau so macht das Nuk auch, wenn sie unbedingt Recht behalten will,\u201c sagte Na anklagend.<\/p>\n<p>\u201eDas ist gar nicht wahr, Du L\u00fcgnerin,\u201c fauchte Nuk. \u201eNur weil Du neidisch bist, dass ich\u2026\u201c<\/p>\n<p>Athabasca fasste die kleine Eisb\u00e4rin energisch am Nackenfell und verpasste ihr einen kr\u00e4ftigen Klaps. \u201eRuhe jetzt!\u201c forderte sie. \u201eEure kindischen Streitereien k\u00f6nnte ihr in Eurem Eiskasten austragen, aber nicht hier!\u201c<\/p>\n<div align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.baerdel.de\/baerdel\/atti.jpg\" alt=\"Athabaska\" width=\"440\" height=\"376\" \/><\/div>\n<p>Die \u00e4lteren B\u00e4ren l\u00e4chelten. Sie waren derselben Meinung wie ihre amerikanische Schwester: Einen Klaps in Ehren kann niemand verwehren.<\/p>\n<p>Na und Nuk machten sich ganz klein, steckten die K\u00f6pfe zwischen die Pfoten und schlossen die Augen. Wenn sie nichts sahen, waren sie f\u00fcr andere unsichtbar; davon waren sie fest \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>\u201eKommen wir zur\u00fcck zu Trump,\u201c fuhr Kulle fort. Wer sind seine Adressaten, was sagt er ihnen, und wie sagt er es? Er sagt \u201awir\u2018, wenn er sich an seine wichtigste Klientel wendet: Das sind wei\u00dfe, aus der Produktion gefallene Industriearbeiter in ehemals prosperierenden Regionen, aus dem Rostg\u00fcrtel, aus den Appalachen, aus allen Fly-Over-States, die an den amerikanischen Traum geglaubt haben, an den Wert von Arbeit, an Familie und Gott. Die aufgrund des rasanten technologischen Wandels Arbeit und Brot verloren haben und wegen des gesellschaftlichen Wertewandels die moralische Orientierung zu verlieren drohen. Die einfach Angst haben. Hier pr\u00e4sentiert sich Trump als Erl\u00f6ser, wenn er verspricht, Amerika wieder gro\u00df zu machen. Er sagt es nicht deutlich, aber alle verstehen ihn: Er will das wei\u00dfe Amerika wieder gro\u00df machen. Zu den wichtigsten Vokabeln in seiner Inaugurationsrede geh\u00f6rten: Volk, Fabriken, Arbeitspl\u00e4tze, Reichtum, Grenzen; gesch\u00fctzt, gro\u00df, zusammen, zuerst. Seine S\u00e4tze sind kurz, die Botschaften sind simpel. Und sie kommen an.<\/p>\n<p>Das liegt daran, dass Trump seine Zielgruppe richtig anspricht. Er sagt nicht: \u201aEure Qualifikation ist heute nicht mehr gefragt, Ihr m\u00fcsst umschulen.\u2018, sondern: \u201aDie Globalisierung ist an Eurer Situation schuld. Und die Mexikaner. Deshalb schaffen wir den freien Handel ab. Deshalb bauen wir eine Mauer.\u2018 Er wiederholt das immer wieder, die Medien verbreiten die Wiederholungen, und je \u00f6fter das geschieht, desto tiefer wird die Botschaft in den Gehirnen verankert. Die Menschen glauben, was sie h\u00f6ren, weil sie es h\u00f6ren wollen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eJunger B\u00e4r,\u201c grantelte der sehr alte B\u00e4r und meinte damit Kulle, \u201e junger B\u00e4r, ich habe Dir geduldig zugeh\u00f6rt, weil ich von Natur aus geduldig bin, aber ich muss Dir sagen, dass Du heute ziemlich viel Unsinn erz\u00e4hlt hast. Dieser Trump widerspricht sich doch dauernd und macht einen Fehler nach dem anderen. Dem kann man unm\u00f6glich glauben!\u201c<\/p>\n<p>\u201eGro\u00dfvater, ich m\u00f6chte nicht unh\u00f6flich sein, aber ich muss Dir widersprechen. Einer der gr\u00f6\u00dften Schnitzer, den Trump sich erlaubt hat, war die Sache mit den Fotos von seiner Inauguration, die zeigen, dass sehr viel weniger Menschen vor dem Kapitol versammelt waren als bei der Amtseinf\u00fchrung Obamas. Trump behauptete trotzdem das Gegenteil. Sein Sprecher hat versucht, die Pr\u00e4sidentenaussage zu rechtfertigen, hat aber recht schnell aufgegeben. Trump selbst hat die L\u00fcge nicht mehr wiederholt.<\/p>\n<p>Der dehl\u00e4ndische Kanzler Adenauer, den Du bestimmt noch pers\u00f6nlich gekannt hast, hat einmal gesagt: \u201aWas schert mich mein Geschw\u00e4tz von gestern.\u2018 Er hat ausgenutzt, was die Wissenschaft die \u201akognitive Dissonanz\u2018 nennt. Und er hatte damit recht.<\/p>\n<p>Denn unlogische, widerspr\u00fcchliche Aussagen schieben die Menschen weg, wenn sie ihnen nicht passen. Sie k\u00f6nnen sich nicht mehr daran erinnern, oder sie schw\u00e4chen sie ab, weil sie angeblich nicht so gemeint gewesen seien. Seine Anh\u00e4nger glauben Trump, glaub mir das!\u201c<\/p>\n<p>Der sehr alte B\u00e4r sch\u00fcttelte seinen Kopf so energisch, dass das sch\u00fcttere Fell flog. \u201eWas f\u00fcr ein Unsinn!\u201c zeterte er. \u201eSo einen Quatsch kann kein vern\u00fcnftiger B\u00e4r glauben. Das widerspricht dem gesunden B\u00e4renverstand!\u201c<\/p>\n<p>Niemand entgegnete etwas, denn sie respektierten das Alter. Insgeheim aber schmunzelten sie alle. Kulle sagte so leise, dass nur er es h\u00f6ren konnte: \u201eQuod erat demonstrandum.\u201c<\/p>\n<p>Februar 2017<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ramses der Frosch lehnte gem\u00fctlich am warmen Dorfbackofen von B\u00e4renleben, und Piggy das Schwein sa\u00df ihm gegen\u00fcber. Sie waren eifrig in eine Diskussion \u00fcber die Vor- und Nachteile von Schwimmh\u00e4uten und Hufen vertieft und wurden dabei fast von Nanuk \u00fcberrannt, den Eisb\u00e4renzwillingen. &nbsp; \u201eOh, Entschuldigung, Tante Piggy, Onkel Ramses! 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